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10 Gründe, warum man sich ein Porsche Targa F-Modell kaufen sollte

Written by hansbahnhof

Das klassische Porsche F-Modell der Baujahre 1964 – 1973 steht in der Gunst von Fahrern und Garagengoldpolieren ganz vorn. Im Sommer liegt es nahe, sich für einen Targa zu entscheiden. Dafür sprechen teils überraschende Gründe.

36 Grad. Der Wetterbericht  für heute ist eindeutig. Es ist also höchste Zeit für einem offenen Porsche. Warum nicht ein F-Modell Targa aus den Jahren 1966 bis 1973? Nach fast 10 Jahren mit einem 911 S 2.4 Targa von 1972 in der TOTAL SELTENEN Ölklappenversion (mehr zum „Mysterium Ölklappe“ hier) und mehr als fünf Jahren mit einem 65er 911 Coupé (Porschekauf in USA – hier ist die Story dahinter), kenne ich die Gründe, die für den Targa sprechen.  Einige davon werden Euch überraschen. (Warum schreibe ich nicht gleich „Nummer 3 wird Euch total vom Hocker hauen!“)

Aber jetzt mal im Ernst. Ich habe bekannte und exklusiv von mir entdeckte Vorteile für den offensten der Porsche 911 Oldtimer zusammengeschrieben. Alle sind ganz ehrlich Ernst gemeint. Das nur zur Sicherheit.

1. Der Porsche Targa ist zugfrei

In Zeiten von „AirScarf“ (Mercedes) und Carbon-Windschotts (-schotten? -schottis?) möchten viele unter Euch beim Offenfahren nicht das Gefühl haben im Boeing-Windkanal getestet zu werden.

Der Targa konnte das schon in den sechziger Jahren. Targafahrer fahren überraschend zugfrei. Selbst die unter Euch, die 1.80 Meter groß sind, werden im Offenporsche nur behutsam gefönt. Da muss sich sogar so manches moderne Cabrio hinten anstellen.

Übrigens: Wer die Geschichten von der miserablen Porsche-Heizung immer noch glaubt, ist noch nie im Herbst Targaporsche gefahren. Gut gepflegt und eingestellt heizt die Elfer-Heizung so gut wie eine moderne Heizung. Drehzahlen (Motordrehzahlen) vorausgesetzt.

2. Das Targadach ist hochgeschwindigkeitsfest

Wer mal ein geschlossenes VW Golf Cabrio auf der Autobahn bei 160 km/h gesehen hat, weiß, was ich meine.

Beim Golf und anderen Autos mit „weichem“ Cabriodach saugt der Luftstrom schon bei moderatem Autobahntempo ordentlich an der Stoffmütze. Das sieht nicht nur total doof aus. Es führt auch zu erheblichen Benzin-Mehrverbräuchen.

Das Porsche 911 Targadach dagegen hat einen so hohen Metallanteil, dass es auch bei hohen und sehr hohen Geschwindigkeiten ziemlich formstabil bleibt. Ich habe das bis 220 km/h im  Targa getestet. Der Wind hat keine Chance und der Verbrauch hält sich im Rahmen. Der letzte Halbsatz war gelogen. Ok.

3. Man kann Sachen aufs Targadach stellen (kein Scherz)

Das Dach des Porsche F-Modell Targa ist extrem fest, weil es aus zahlreichen Metallprofilen besteht. Und es ist relativ plan. Diese Tatsache birgt einen Vorteil, der sich zunächst anhört wie ein Witz: Man kann Sachen aufs Dach stellen, ohne den Lack zu verkratzen.

Doch so fernliegend ist das gar nicht. Das Targadach trägt nämlich vom Coffeetogo bis zum fetten Schraubenschlüssel so ziemlich alles, was man im Oldtimeralltag irgendwo ablegen muss. Ein Vorteil in der Elfer-Werkstatt – aber auch bei längeren Touren im Porsche Oldtimer.

Wer noch mit Karten plant, hat mit dem leicht gummiartigen Kunstleder des Targadaches übrigens den idealen Kartentisch in ergonomischer Höhe! Perfekt. Jedenfalls bis 2 Beaufort Windstärke.

Achso. Mondän kann er auch noch sein. Ob in Monaco vor dem Spielcasino oder - wie hier - der Porsche 911 S Targa von TDM vor der Essener Villa Hügel

Achso. Mondän kann er auch noch sein. Ob in Monaco vor dem Spielcasino oder – wie hier – der Porsche 911 S Targa von TDM vor der Essener Villa Hügel

4. Das Targadach passt in den Porsche, ohne Platz wegzunehmen

Das Targadach des F-Modells lässt sich sowohl im Kofferraum (beim Porsche 911 vorn!) unterbringen, als auch auf den Rücksitzen.

Im Kofferrraum passt es sogar, ohne dass man es zusammenklappt. Theoretisch. Geschafft habe ich das noch nie, weil immer so viel Kram in meinem Kofferraum rumfliegt. Fakt ist: Kein anderes Auto ist so flexibel bei der Unterbringung der Stoffmütze. Von modernen Festdachcabrios mal gar nicht zu reden.

5. Das Targadach ist schrauberfreundlich

Wer schon mal Sitze in einem Porsche 911 Coupé ausgebaut hat oder andere Arbeiten im Innenraum eines Porsche Oldtimers ausführt, weiß, dass es ganz großartig ist, das Dach zum Schrauben herausnehmen zu können.

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Porsche 911 Targa in der Werkstatt. Dach ab und schon hat man Platz um alles Mögliche rauszureißen.

Das schafft nicht nur ein Deutliches Plus an Bewegungsspielraum. Es sorgt auch für ordentliches Schrauberlicht im Innenraum.  So lange die Garage anständig beleuchtet ist. Ihr schraubt nicht? Dann seid Ihr vielleicht passionierte Innenraumsauger. Auch Staubsaugerarbeiten gestalten sich im targadachlosen Targa deutlich komfortabler!

6. Der Targa ist geräumiger, als manche Kombis

Vom Besenstil bis zur zwei Meter großen A…lochpalme. Der Targa bietet ungeahnte Möglichkeiten zum Transport groß gewachsener Gegenstände.

Eure Frau hat diesen süßen 100 Jahre alten Olivenbaum in Spanien gekauft? Seid ein Schatz und holt das Ding für sie mit dem Targa in Barcelona ab. Zurück fahrt Ihr dann offen, so lange Ihr den Topf gut anschnallt. Olé.

7. Das Targadach ist hagelfest

In Zeiten des globalen Klimawandels muss der Oldtimerporschetreiber regelmäßig mit Tornados, Tsunamis und dem damit verbundenen Hagel rechnen. Das ist mir (echt) auch schon passiert.

Wer mit dem Porsche 911 Targa wirklich mal in einen Hagelschauer gerät, kann entspannen. Denn nach dem Hagel muss nur die Kofferraumhaube neu lackiert werden. Das Targadach steckt auch fette Hagelkörner stoisch weg. Für das gesparte Geld kauft Ihr der Frau einen 100 Jahre alten Olivenbaum in Spanien (s. Punkt 6).

8. Rundumsicht im Targa

Durch die gewölbte Heckscheibe haben Porsche Targa-Fahrer größtmögliche Rundumsicht nach hinten.

Targa-Anfängern sei hier noch mal gesagt: Die Heckscheibe des Porsche 911 Coupé ist eine relativ normal gestaltete Sportwagen-Heckscheibe. Im Offenporsche hingegegen haben die Zuffenhausener Ingenieure eine riesige Panorama-Heckscheibe eingebaut.

Das ist übrigens auch ein Vorteil für kurzbeinige Fondspassagiere (Kinder, Hobbits) oder Bonzo vom Buchsbaumberg auf dem Rücksitz. So lange er sich für die Gegend interessiert.

9. Targa ist einfach ein geiler großartiger Markenname

„BOAH – Du hast einen Porsche TARGA!!“ Der 7-jährige Minibenzinkopf, der mir gegenüber einst diesen Ausruf tätigte, hat mir eines klargemacht. „Targa“ ist ein ganz großartiger Markenname und ein echter Marketing-Coup von Porsche gewesen. Nicht, dass der 7-Jährige gewusst hätte, worin sich Targa und Coupé-Porsche unterscheiden.

"Targa" - Das war mal eine gute Idee für den Offenporsche.

„Targa“ – Das war mal eine gute Idee für den Offenporsche.

10. Ihr fahrt eh nicht schnell – dann könnt Ihr auch Porsche Targa fahren

Jetzt mal ehrlich. Fahrt Ihr Rennen mit Eurem Porsche F-Modell? Eher selten? Dann ist der F-Modell Targa das ideale Auto für Euch.

Man kann ihn aufmachen und sich die Sonne auf die Baseballkappe scheinen lassen. Oder man lässt ihn zu, wirft die hässliche Kappe weg und gleitet gepflegt im Verkehr dahin.

Wenn der Targa geschlossen ist, ist der Fahrkomfort bei zurückhaltender Fahrweise genau so gut, wie im Porsche F-Modell Coupé. Offen sieht man auch die Berge rechts und links und wenn man mutig ist, den blauen Himmel. LeMans gewinnen andere.

So.

Das waren doch schlagende 10 Gründe PRO Porsche Targa Oldtimer. Im nächsten TDM-Post mache ich was ganz Gemeines. Ich führe 10 Argumente gegen den Porsche Targa auf, die Euch zum Coupé-Käufer machen werden. (Update 1.7.2017: Hier geht es zu „10 Gründe, warum man sich kein Porsche Targa F-Modell kaufen sollte„.) Genießt bis dahin den Sommer im Targa.

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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