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2010 im Porsche 911 S 2.4 Targa – Das Jahr im Rückspiegel

Unser drittes Jahr im Porsche 911 S 2.4 Targa geht vorbei. Und die Faszination F-Modell Targa ist die selbe, wie am ersten Tag. Begonnen hatte das Porsche-Jahr 2010 für mich bereits ganz früh: Das erste sonnige Wochenende war noch arg frostig. Aber nach vier Monaten Porsche Zwangspause wollte ich nicht länger warten. Ein kurzes Orgeln und der Sechszylinder springt an. Zuverlässig wie nur ein Porsche nach vier Monaten Winterschlaf anspringt. Die eiskalte Maschine braucht ordentlich Handgas um halbwegs auf Touren zu bleiben. Ich sinke in die kalten Polster und schließe die Tür, die wie immer mit einem blechernen „Patsch“ ins Schloss fällt. Der Wagen vibriert erwartungsvoll. Dann ist es wieder da. Das Gefühl, das nur der kennt, der einen klassischen Porsche 911er mit dem Bauch gekauft hat um ihn mit dem Bauch zu fahren. Weil er ein blech- und rostgewordener Traum ist, ein Naturerreignis und ein Gesamtkunstwerk. Schade, denke ich, dass so viele alte 911 in den letzten Jahren vom Fahr-zeug zum Garagengold degradiert wurden und sich in den Vorstadtgaragen begüterter „Oldtimer-Fans“ die Reifen plattstehen. Diese Autos müssen gefahren werden!

Es folgt ein porschefreundlicher Sommer mit unzähligen Ausfahrten ohne besondere Vorkommnisse. Ok – es sind neue Reifen fällig. Vielleicht das einzige Porsche Ersatzteil, das so richtig günstig ist. Das Lüfterrad ist hinüber und wird gegen ein eBay-Teil getauscht. Die Targadachdichtung muss erneuert werden und bringt mich an den Rand der Verzweiflung.

Dann die letzte Inspektion und die große Schottland-Tour im September. Ein faszinierendes Land mit freundlichen Menschen in einem Auto, das den meisten für eine 3000 Kilometer Tour viel zu schade wäre. Aber der Targa nimmt uns nicht krumm, dass wir ihn vollladen wie einen Zirkuswagen. Er nimmt uns den schottischen Regen nicht krumm und auch nicht die vielen Single Track Roads. Er ackert sich vollgepackt und strotzend vor Dreck über krasse Steigungen und kurvt souverän um Schafe herum. Denn er ist für sowas konstruiert worden. In einer Zeit, als ein Sportwagen leicht sein musste und gleichzeitig den Grand Turismo spielen konnte.

2010 endet mit frostigem Dezemberwetter, Schnee und Salz auf den Straßen. Von einem Tag auf den anderen ist der S wieder zum Stehzeug verdammt. Der Winter verspricht hart zu werden. Verbunden mit Salz und Schotter heißt das – mindestens vier Monate Stillstand. Garagentage liegen vor mir. Der Wagen muss weiter optimiert werden und es gibt eine lange Liste mit anstehenden Arbeiten. Dabei träume ich jetzt schon vom ersten trockenen Wochenende 2011.

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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