1972 2.4 S Targa - Porschekauf in Holland Werkstatt

#Auseinanderbautagebuch 911 S 2.4 Targa (6) – Festgeklebter Kotflügel

Written by hansbahnhof

Jetzt rufen schon Leute aus Berlin an, um zu fragen ob sie helfen können (Hallo Tim!). Es sei ja schon einige Tage nix mehr passiert beim #Auseinanderbautagebuch. Das stimmt so nicht. Doch ich muss mich für Teil 6 des Auseinanderbautagebuchs entschuldigen. Er ist stinklangweilig. Lest selber…

Meine Güte ist das ein Chaos. Die TDM #Porschewerkstatt sieht an Tag 6 aus, als wäre ein Bombe eingeschlagen. Überall Porschetüren, Porschegummis, eine Porschestoßstange und haufenweise Dreck und Ölflecken aus den Porscheinnereien.

Aber die Schau muss weitergehen und Aufräumen ist später. Jede Stunde ist kostbar. Heute abend habe ich wieder nur 180 Minuten für den Ausbau der rechten Tür und den Ausbau des rechten Kotflügels. Ihr macht das in dreißig Minuten? Ne, macht Ihr nicht.

Türen sind einfach…

Die Beifahrertür verdeckt die letzten Schrauben zur Kotflügelbefestigung und sie muss eh raus. Das Ganze dauert knappe 10 Minuten. Ich bin Türenprofi. Schließlich ist das bereits die zweite Porschetür, die ich in meinem Leben ausbaue. Jaja.

Beide Türen sind draußen und machen das Chaos in der TDM #Porschewerkstatt nicht besser. Ich finde das ganz schrecklich…

Nun liegt der Blick frei auf 6 oder 7 Muttern, die alle mit dicker Matschepampe zugeschmiert sind und weiß übergetüncht. Die Schrauben in den Muttern sind aus Richtung Radkasten eingedreht und das Ganze ist – wie sollte es anders sein – festgegammelt.

Na super. Überall nicht originale Schrauben, die auch noch dick mit irgendwas zugeschmiert waren. Profi-Restauration…

Um die Sache zu verkomplizieren, sind es mal Schrauben und Muttern, die man mit einer 11er Schlüssel öffnen muss und mal hat der große Improvisator vor mir welche für 10er Schlüssel verbastelt. Entschuldigt meine laienhafte Ausdrucksweise, aber ICH habe die Mistdinger da ja auch nicht eingebaut.

Keine Spur von den hier im Original verbauten Karosserieschrauben. Aber das muss ich ja nicht extra erwähnen.

Ich stöhne und sammle 11er und 10er Nüsse und Schraubenschlüssel zusammen. Jede der falschen Schrauben kostet mich mindestens 10 Minuten. Alle dusche ich vorher mit WD40 um sie dann mühsam unter den unmöglichsten Verrenkungen zu lösen. Nach eineinhalb Stunden bin ich durchgeschwitzt. Fertig. Was für ein Irrsinn. Jetzt nur noch ein kleiner Ruck und der Kotfügel ist runter.

Von wegen

Ein kleiner Ruck bewegt nichts am Kotflügel. Ich kontrolliere noch einmal ob alle Schrauben raus sind und rucke stärker. Nix.

Meine Befürchtung, dass der „Restaurator“ des S auch hier literweise schwarze Karosseriedichtmasse oder Schlimmeres verwendet hat, bestätigt sich. Ich will nichts kaputtmachen und nehme mir daher Zeit. Durch ständiges vorsichtiges Ruckeln löst sich der Kotflügel Millimeter um Millimeter aus der schwarzen Pampe und knapp 40 Minuten später halte ich Kotflügel Nr. 2 in der Hand.

Gut festgeklebt mit Karosseriedichtmasse (oder wie heißt das schwarze Zeugs?) – Hier der Bereich unterhalb der Windschutzschreibe.

Gleichzeitig macht es „Klackklackklack“ und mir fallen drei Plastikstücke vor die Füße. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich um Kunststoffkeile, wie man sie z.B. beim Bau von Gipskartonplattenwänden einsetzt. Die haben hier ganz offensichtlich für Passgenauigkeit gesorgt. Na denn.

Plastikkeile aus dem Baumarkt. Was nicht passt wird passend gemacht…

Wo bleibt der Rost?

Darunter befindet sich im Radkasten einiges an Unterbodenschutz, ein nicht mehr ganz taufrischer S-Ölkühler und die dazugehörigen Leitungen. Rost? Jedenfalls nichts Sichtbares. Der 911 S ist immer wieder überraschend solide für ein Auto, an dem viel herumgebastelt wurde. (Ich weiß, Ihr denkt jetzt „warte ab, bis der Unterbodenschutz runter ist…).

Das sieht doch jetzt gar nicht soo schlecht aus. Ok – man weiß nie, was sich unter dem Unterbodenschutz versteckt, aber ein wenig kenne ich den Zustand des 911 S nach 9 Jahren und erwarte keine großen Überraschungen…

Meine Zeit ist um. Vielleicht treffe ich sogar noch die Frau kurz beim Zähneputzen. Hatte ich erwähnt, dass die Frau super ist, weil sie die ganze Aktion so stoisch mitmacht? Die Frau ist super.

So, hoffentlich wird es morgen spannender. Ich könnte den Tank ausbauen. Das könnte ein explosives Thema sein. Schaltet auf jeden Fall morgen (oder übermorgen) wieder ein, wenn es heißt #Auseinanderbautagebuch 911 S 2.4 Targa.

 

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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