Verkehr und andere Katastrophen

Deutsche nur eingeschränkt verkehrstauglich: Studie weist Degeneration der Steuerungsfähigkeit durch Fast-Food und TV nach

So eine Überschrift wollte ich immer schon mal formulieren.

Warum werden eigentlich heutzutage so viele Fahrzeuge mit Fahrassistenzsystemen verkauft? Warum reicht nicht wie früher beim Porsche 911 S eine schicke Scheibenbremse als Sicherheitsmaßnahme?  Spätestens seit heute nachmittag weiß ich es: Der Konsum von Hamburgern in Kombination mit dem aktuellen Fernsehprogramm hat seit den Siebzigern zu einer massiven Degeneration der Gehirne deutscher Autofahrer geführt. Ohne ABS, ESP und Co sind Unfälle im Verkehr mit der Spezies der schwammhirnigen KFZ-Treiber heutzutage nicht mehr vermeidbar. Drei Beispiele mitten aus dem Verkehrsleben gefällig? Nehmen wir mal gestern und heute. Unsere Testperson: Ich. Unser Testfahrzeug. Hansbahnhofs Golf Cabrio – mit ABS.  Testgeschwindigkeit: 95 – 100 km/h.

– 11.2.2011, 13.30 Uhr
A43, rechte Spur

Ich mache eine Vollbremsung. Der Lastwagen vor mit ist mit 50km/h (!!!!) unterwegs. Beweggrund des Verkehrsteilnehmers: unbekannt. Hat wahrscheinlich KFZ-Teile mit bewegtem Vorleben für den osteuropäischen Markt geladen und dabei etwas übertrieben.

– 11.2.2011, 14.10 Uhr
A40 Überholspur, dichter Verkehr

Ich mache eine Vollbremsung. Der Opel Corsa vor mir steht!!! Und zwar, weil er offenbar das Schild „Ausfahrt Wattenscheid 1000 m“ zu spät gesehen hat. Die Fahrerin zieht Sekunden später in einem aus Ihrer Sicht geeigneten Moment über zwei Spuren (!) rüber in die Ausfahrt Wattenscheid. Weitere Vollbremsungen anderer Verkehrsteilnehmer folgen.

– 12.2.2011, 13.45 Uhr
A2, rechte Spur

Ich mache eine Vollbremsung (man merkt spätestens jetzt, dass ich neue Reifen am Golf brauche, wenn das so weitergeht). Der Opel Vectra vor mir fährt mit 60km/h auf der rechten Spur. Grund: keine Ahnung. Wahrscheinlich ein misslungener Versuch, gleichzeitig zu smsen, zu fahren und dabei so auszusehen, wie ein Schimpanse mit Baseballkappe. Nur letzteres gelingt dem jungen Menschen aus dem bildungsfernen Milieu am Volant. Auch nach Ansicht anderer begeisterter Verkehrsteilnehmer.

Was das hier alles mit klassischen Porsche 911 zu tun hat? Ganz einfach. Mit dem 911 S wäre ich zumindestens in den Laster reingefahren. Auch beim Corsa wäre ich wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gekommen. Der Golf hat glücklicherweise ABS und damit bereits einen Intelligenzquotienten, der um den Faktor 10 über dem mancher Deutscher mit Fahrerlaubnis liegen dürfte. Gut, dass es gestern und heute geregnet hat und der S in der Garage geblieben ist. Puh!

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

1 Comment

  • Es ist schon erschreckend, wie selbst die böseste Satire heutzutage im Eiltempo von der brutalen Wirklichkeit überholt wird. Die von mir erfundene Studie, die einen Zusammenhang zwischen Fast Food und Gehirnschrumpfung unterstellt, gibt es natürlich bereits – vielen Dank an die belesenste aller Frauen für den Tipp:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,739937,00.html

    Es ist ganz schlimm. Aber es ist auch jeden Tag im deutschen Straßenverkehr unterwegs. In diesem Sinne!

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