Werkstatt

Garagentag – Kofferraumschloss, Abarth-Lenkrad, Targa-Dichtung

Gestern war Garagentag. Ideales Wetter zum Schrauben im Hof. Leicht bewölkt mit etwas Sonne und erstmals seit Wochen weniger als 40 Grad Celsius.

Nr. 1: Die Targa-Dichtung
Die vom Vorbesitzer verbaute Targa-Dichtung für den Scheibenrahmen des 911 S war wohl ein Original von Porsche. Und das ist das Problem. Denn das „Original“ gibt es nicht mehr. Nur noch die Dichtung für spätere Porsche-Modelle. Daher baut die Dichtung ca. 2-3 mm zu hoch und muss abgeschliffen werden. Da Abschleifen aus meiner Sicht eine echte Strafarbeit gewesen wäre, entschied ich mich für ein sehr scharfes Cutter-Messer. Die Idee war gut und die Dichtung im unteren Teil des oberen Scheibenrahmens schnell um 2-3 mm geplant. Glätten ließen sich unsaubere Partien danach noch mit dem Dremel (kleiner hütchenförmiger Schleifstein). Die Hauptarbeit dabei sind aber die „Ecken“ des Scheibenrahmens. hier passte die Dichtung eigentlich gar nicht und nach aufwändigen Schnitzarbeiten immer noch nicht befriedigend. Insgesamt hat sich das Dach jedoch jetzt deutlich gesenkt und es sollte deutlich weniger laute Luftturbulenzen bei geschlossenem Dach geben.

Edit: 10.08.2010: Schleifaktionen an der Targa-Dichtung sind nicht notwendig. Bei Mittelmotor gibt es eine passende Dichtung für die 911er der Baujahre 1970 – 1974 (?). Jedenfalls passt das Gummi exakt auf den Targa von 1972. Ich bin begeistert und hätte mir eine Menge Arbeit sparen können. Kostenpunkt: € 110,– und ein paar Zerquetschte. Das gibt man schon mal für einen 1,20 Meter langen schwarzen Gummi aus, wenn man es innen trocken haben will oder? Schottland kann kommen!

Nr. 2: Haubenschloss
Endlich komme ich dazu, mal meine Winter-Bay-Einkäufe zu verbauen. Das Haubenschloss des Porsche 911 S 2.4 ist wie das aller F-Modelle mit nur zwei Sechskantschrauben am Kofferdeckel befestigt. Schrauben raus, altes Schloss raus, Schrauben einfetten, neues gebrauchtes Schloss wieder einschrauben. Kinderspiel und endlich habe ich wieder ein funktionierende Haubenverriegelung. Die alte war nämlich abgebrochen.

Nr. 3: Abarth-Lenkrad im Porsche 911 S
Zur Vorgeschichte des Lenkrads: Auf der Suche nach einem kleineren und schickeren Lenkrad für den 911 S stolperte ich natürlich zunächst über den 911-Klassiker Momo Prototipo. Das Lenkrad wird schon seit den Siebzigern gebaut und gehört wahrscheinlich zu den am meisten verbauten Sportlenkrädern für frühe Elfer. Das war mir zu einfach und zu wenig originell. Nach längerer Recherche hatte ich dann „mein“ Lenkrad gefunden. Ein wahrscheinlich von Luisi gebautes Lenkrad des italienischen Tuners Abarth. Das gibt es neu in dieser Form nicht mehr und um die gebrauchten schlagen sich die Fiat 500-Freaks bei eBay. Dass es im Porsche nicht fehl am Platz ist, zeigt ein Video mit Walther Röhrl am selbigen. Nach einem harten Bieterkampf erwarb ich ein sehr gut erhaltenes Exemplar im Neuzustand. Die passende Nabe sowie einen Porsche Hupenknopf gab es ebenfalls aus dem Internet. Ein wenig Recherche war dafür aber notwendig.

Einbau eines Sportlenkrades in Porsche 911 F-Modelle
Der Einbau eines Sportlenkrades gestaltet sich bei frühen Porsche-Modellen relativ einfach – trotzdem bedenkt bitte, dass das Lenkrad ein sicherheitsrelevantes Teil ist und überlasst den Einbau vielleicht doch besser der Fachwerkstatt.

So habe ich es gemacht: Hupenknopf vorsichtig nach links drehen (Lenkrad dabei festhalten). Der Hupenknopf löst sich dann und gibt freie Sicht auf die Mutter, die das Lenkrad hält. Stecker zur Hupe (Steckverbinder) entfernen. Lenkrad mit einer Lenkradkralle sichern und die zentrale Lenkradmutter abschrauben. Lenkrad vorsichtig und gerade herausziehen. Schleifring für die Hupenbetätigung säubern und ein wenig fetten. Lenkradnabe des Sportlenkrades auf die feinverzahnte Steuersäule setzen – dabei nach Möglichkeit darauf achten, dass die Räder auf „Geradeausfahrt“ eingestellt sind. Mutter aufschrauben. Sportlenkrad mit 6 Inbusschrauben an der neuen Nabe befestigen. Noch einmal die Lenkradkralle festmachen und dann die zentrale Mutter festziehen. Hupenknopf mit Steckverbinder verbinden und aufstecken. Das war es. Nach einigen Kilometern Probefahrt habe ich das Lenkrad noch einmal entfernt, um die Nabe besser zu zentrieren. Jetzt sieht das gut aus und ist eine deutlich Verbesserung zum originalen Lenkrad.

Vorteile, die der Einbau eines Sportlenkrades in den frühen Porsche 911 bringt

  • es ist deutlich griffiger, weil es einen dickeren Lenkradkranz hat
  • es ist deutlich bequemer, weil die Knie beim Einsteigen und beim Fahren deutlich besser unter das Lenkrad passen
  • es sieht deutlich besser aus, weil das originale Lenkrad der Porsche 911 F-Modelle wirklich unglaublich häßlich aussieht

Einen Nachteil gibt es natürlich noch: Es hat keinen TüV – aber daran arbeite ich noch.

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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