Marktsituation TdM Blog News

Gooding versteigert 65er Porsche 911 in Scottsdale unter Estimate für 181.000 Euro

Written by hansbahnhof

Bei der Auktion in Scottsdale vom 17. bis 18.01.2014 versteigerte Gooding & Companiy (http://www.goodingco.com) einen Porsche 911 von 1965 in offensichtlich ziemlich gutem, restaurierten Zustand.

Bei der Auktion in Scottsdale vom 17. bis 18.01.2014 versteigerte Gooding & Companiy (http://www.goodingco.com) einen Porsche 911 von 1965 in offensichtlich ziemlich gutem, restaurierten Zustand. Der Elfer mit Fahrgestellnummer: 302344 und Motornummer 902453 sollte laut Gooding einen Erlös zwischen 250.000 – 325.000 US-Dollar erzielen. Der Wagen hatte ein  „Factory Sunroof“, also ein originales Schiebedach und war elfenbeinweiß.

Ich wollte mal die Spannung einer Versteigerung am eigenen Körper testen und muss zugeben. Das WAR spannend. Besonders, als die Sache (schon) bei 225.000 USD drohte zu stocken. Doch die Herren Versteigerer haben ihr Handwerk gelernt. Hier (bekloppte Idee) die deutsche Übersetzung der gesamten Versteigerung.

181.000 Euro. Porsche 911 von 1965.

181.000 Euro. Porsche 911 von 1965.

Der Kollege des Versteigerers:

Lot Nummer 135, ein 1965er Porsche 911. Ein wunderschön restaurierter früher 911. Nur eine Handvoll wurden mit einem Schiebedach ausgestattet. Die Restauration wurde mit einer spektakulären Rücksicht auf Originalität ausgeführt. Er ist einer der besten Exemplare, die wir jemals die Ehre hatten zu versteigern.  Es ist ein frühes Auto – natürlich – aus langjährigem Vorbesitz. Ein kalifornisches Auto für die längste Zeit seines Lebens. Ich liebe die Farbkombination, die Restauration, den Zustand, das Baujahr. Alles an diesem Porsche 911 ist besonders und selten.

Der Versteigerer:

Genau, das ist ganz selten. Leute, die sich mit Porsche auskennen, sind im Vorfeld zu mir gekommen und haben mit mir über das Schiebedach gesprochen. Es gab nur sechzig davon. Scott hat sie gezählt. Nicht wahr Scott? Scott – wo immer Du bist. Ich habe noch nie einen Mann gesehen, der so wegen eines Schiebedaches ausgeflippt ist.

Ok – der Porsche 911 – wir beginnen mit 200.000 (Anmerkung: US-Dollar). Sie wissen, dass er so viel bringen wird!!! Warum sparen Sie sich nicht die … Danke Sir! 200.000. 210 nehme ich als Nächstes. Genau hier vor mir. 200.000. Ich warte auf 210. Jetzt 210 – bei 200.000 Dollar. Das ist ein seltenes Auto. ein sehr seltenes Auto. Er sieht großartig aus, der Porsche. 200.000 Dollar. Der Bieter steht genau hier vor mir. Und 210 – 210 – wer bietet das. Bei 200.000. Ladies and Gentlemen. 200.000 ist das Gebot. 210 – bieten Sie? 210. 220. 220. Jetzt 220. 230 bieten Sie? 220. 220. Es ist ein seltenes Auto!!!! Für nur 220.000. 230.000 könnte man auch bieten. Oder 225.000 wenn Sie weniger bieten wollen. Ich nehme Gebote über 225.000 an!!! Ich nehme 225 – bei einem aktuellen Gebot von 220. 225. 225 .Danke!! Ich verkaufe das Auto für 225. Das ist ein unglaublicher Gegenwert. 225.000 Dollar auf meiner linken Seite! 225.000. Und ich habe einen Telefonbieter. Bei 225.000 Dollar. Wo werden Sie ein anderes Exemplar finden????? Sie werden keinen finden!!!! Und ich verkaufe ihn für nur 200 …. und 25 …. tausend…. Dollar. 225.000 zum Ersten ….. (Pause).

Der Kollege des Versteigerers:

230!!!

Versteigerer:

230!!! Das ist ein großartiger Gegenwert. Das ist ein seltenes Auto. 235. Wo bleiben 235. 240 Sir. Ich glaube nicht, dass Sie das bereuen. 240. 245. 245. Jetzt. Bei 240. 250? 245. Ich danke Ihnen fürs Bieten. 245. Wir sind am Telefon. 245.000 Dollar zum Ersten. 245.000 Dollar zum Zweiten. 245.000 Dollar zum Dritten und Letzten. Ich verkaufe das Auto. VERKAUFT. 245.000 Dollar.

Ich:

Pu.

Es war spannend, das mal (quasi) live zu erleben. Und interessant zu sehen, wie sich die Preise für frühe 65er in der kurzen Zeit entwickelt haben. Alle, die so schlau waren, sich noch in den letzten Jahren rechtzeitig einen der wenigen originalen überlebenden 1965er Porsche 911 zu sichern, werden sich über solche Auktionsergebnisse freuen.

Alle, die wie ich, solche Autos gern auch auf der Straße sehen, werden eine Träne verdrücken, weil wieder eine neue Garage-Queen bis zur nächsten Auktion in einer Tiefgarage verschwinden wird. Gooding hatte übrigens mit einem Estimate von 250.000 bis 325.000 USD deutlich über dem Erlös gelegen. Doch, Preise für 65er zu bestimmen, ist anno 2014 angesichts des überhitzten Marktes wirklich schwierig. Meine Meinung: Er wird beim nächsten Mal – in ein paar Jahren – seine 400.000 bringen. Wird er.

Danke

Ich bedanke mich bei der Frau dafür, dass sie so lange mit ihrer besten Freundin D. aus B. teleoniert hat, dass ich die Zeit für diesen Spontan-Post gefunden habe.

Thanks to Miha Završnik for posting the link to the auction on Facebook. Right on time!

Copyrights

Photos and website screenshot (c) by Gooding & Company – http://www.goodingco.com

 

 

 

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

5 Comments

    • Da hast Du völlig Recht. Mir war das erst gar nicht aufgefallen, weil die Idee mit der Auktionsgeschichte ein paar Minuten vor der Auktion aufkam. Der Wagen ist im September 1965 gebaut und damit nach Porsche Nomenklatur ein 66er Modelljahr und preislich (deutlich) unter einem echten Modelljahr 64/65 einzuordnen. Dafür ist der Preis sehr anständig…

  • Hallo zusammen: bitte nicht vergessen, dass da nach meinen Informationen noch (mind.) 10 % Gebühren bei Gooding draufkommen = 245 + 10 % = 269,5 $ = 212 T€ bei aktuellem Kurs von 1,27 plus Einfuhr/Logistik etc. = ? das weiß keiner besser als Hansbahnhof. Also in der Tat sehr anständig für einen 66 er!
    Und eine Frage an Hansbahnhof: ich bin auch auf der Suche nach einem echten 65er. Leider deutlich später als Du, glaube aber auch nicht, dass es zu spät ist. Würdest Du mir ggf. ein paar Tipps geben oder Ansprechpartner nennen? Meine Email-Adresse hast Du.

    Ich lese übrigens seit langem Deinen Blog. Bin immer wieder begeistert. Mein Lieblingsbeitrag: der Prockler von Hagen! Haben uns leider noch nicht persönlich kennengelernt.

    • Stimmt! Das war es ja dann noch nicht mit der Kohle und das ist viel für einen 66er… Beim 65er kann ich im Moment nicht helfen – die Preise sind ja ganz irre geworden – selbst für Schrott. Aber vielleicht bekomme ich mal zwischendurch was mit und melde mich dann. Mein Tipp wäre: eher Richtung MY 67 zu gehen und einen anständigen SWB der letzten Serie zu kaufen. Die fahren sich genauso, haben weniger seltenen Spezialkram (Vierschraubenhupengitter, Wassersack für Wischwasch, Solex Vergaser etc. etc.) – der Spaß ist also der gleiche, die Reparatur bzw. Ersatzteilkosten übersichtlicher und die Unterschiede sind minimal… – ansonsten: Ich melde mich… Vielen Dank für´s Gernelesen!
      von hansbahnhof

Leave a Comment