Reisen Schottland 2012

Im Porsche 911 nach Schottland Tag 2 – Teil 1: Verfolgt von 008

Written by hansbahnhof

Das englische Breakfast mit Ham und Sausages beseitigt erfolgreich das Rest-Ale in meinen Innereien. Der Tag kann beginnen. Und wir freuen uns auf eines der vielleicht schönsten Porsche Events in England. Doch vorher müssen wir noch hin – unser B&B liegt zwanzig Minuten entfernt. Sonst wird das Öl nicht warm. Der S startet röhrend in den Tag und wir genießen die englische Countryside, nicht wissend, was uns schon in wenigen Minuten bevorsteht.

Wir werden verfolgt

Wir werden verfolgt. Klare Sache. Das Mercedes E-Klasse Kombi folgt uns schon seit 15 Minuten und bleibt diskret hinter uns. Hat der Londoner Emissionsschutzgeheimdienst (s. Tag 1) bereits die Verfolgung aufgenommen und wartet nur auf den richtigen Moment zum Zugriff? Ich zirkele in einem gewagten Manöver den S auf einen schlecht gemähten Rasenstreifen, um den Agenten zu täuschen. Doch meine Finte ist bemerkt worden. 008 kommt knapp hinter uns zum Stehen. Staub legt sich auf die Szenerie und wird von englischem Landwind langsam in Richtung Moskau geweht. Von irgendwo erklingt leise die Mundharmonika aus „Spiel mir das Lied vom Tod“. Unser Spiel ist aus.

Showdown hinter der Hecke

Der bereits etwas angejahrte Emissionsagent kommt langsam auf mich zu. Ob wir zu „diesem Treffen in Hedingham“ wollen. Ich bejahe vorsichtig – schließlich habe ich Goldfinger gesehen und kenne auch die kleinsten Tricks von Spector und Co. 008 zeigt auf eine Hecke im Nirgendwo. Dort würde er jetzt einige klassische Autos herausfahren. Na klar! Ich vermissen den kalten Krieg, da hätte er direkt mit offenen Karten gespielt und wie ein Mann gekämpft. Doch 008 ist schon in der Hecke verschwunden und ich bin neugierig geworden. Ich schnappe mir die Teil-der-Maschine Kamera und begebe mich todesmutig hinter die Hecke.

Vier Männer in Anzug und Krawatte stehen vor mir und lächeln geheimnisvoll. Warum auch nicht – sie sind in der Überzahl und in der großen Scheune steht garantiert einer dieser Laseroperationstische („I don´t want you to talk – I want you to die Mr. Bond!“). „Are you interested in classic cars? Have a look!“. Zwei Scheunentore öffnen sich und geben den Blick frei auf das, was man in den Zwanzigern fuhr, wenn man Alkoholschmuggler oder Lord war. Packard, Rolls-Royce, Wolseley und andere Luxusfabrikate der Roaring Twenties stehen wie weiland die Bugattis der Schlumpfs mitten im englischen Somewhere. Good god.

Der Eigentümer erläutert mir den Wolseley, der ein Einzelstück ist, und die übrigen Herren starten die Engines. Ob wir noch kurz die Straße freihalten könnten, man müsse jetzt zu einer Hochzeit. Of course. Schließlich sind wir gerade einer Verhaftung oder Schlimmerem entkommen. Aber ich wusste ja gleich, dass das alles ganz harmlos ist.

 

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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