Reisen Schottland 2012

Im Porsche 911 nach Schottland Tag 7 – Dunnotar-Castle und der Deep-Fryed Mars-Bar

Written by hansbahnhof

Wir verabschieden uns von Lydie und David und dem Albyn Townhouse in Edinburgh. Natürlich nicht, ohne schon einen Termin für 2013 festzumachen. Aber – wir müssen weiter. Im Roadbook steht ein spezieller Wunsch von mir. Dunnotar Castle.

Auf dem Weg nach Dunottar Castle

Hätte ich auch so gebaut

Die mittelalterliche Burg auf einem Felsen im Meer liegt an der nord-östlichen Küste von Schottland unweit der Kleinstadt Stonehaven und gehört zu den malerischsten Ruinen, die wir bislang besucht haben.

Bei perfektem Sonnenwetter mit den üblichen Schaf-Wolken ging es vom Parkplatz über eine Landbrücke in Richtung Castle. Erst nach einigen Minuten Fußmarsch wird dem Betrachter klar, wie perfekt die Anlage aus elf Gebäuden auf den Riesenfelsen im Meer passt. Was die Schotten hier zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert aufgebaut haben, ist auch jetzt noch beeindruckend. Und ganz ehrlich – hier hätte ich auch eine Festung gebaut.

Dunottar Castle, Schottland

Bollywood auf Dunnottar Castle

Leider ist Stoßzeit auf Dunnotar und ganze Heerscharen von Touristen bevölkern das Eiland mit den malerischen Ruinen. Doch die magische Atmosphäre der geschichtsträchtigen Burg sorgt für kirchliche Ruhe und das Meer branded gegen die jahrtausende alten Felsen. Jedenfalls solange, bis Bollywood in Form einer indisch-englischen Großfamilie einfällt.

Großzügig ausgestattet mit Handytelefonen und einem gesteigerten Kommunkationsbedürfnis stürmt die bunte Truppe laut palavernd meine mittelalterliche Traumfestung. Ich bin gespannt und erwarte nun eigenlich, dass Sharuk Khan singend und tanzend mit fünfzig malerischen Jungfrauen aus der alten Schmiede kommt. Nichts dergleichen aber passiert. Nur Bollywood palavert, telefoniert und kreischt ohne Unterlass. Erst nach geschlagenen vierzig Minuten kehrt Ruhe ein. Nicht, dass mich jemand falsch versteht. Ich liebe Inder, Indien und indisches Essen, aber unsensible Bekloppte brauche ich nicht. Egal, wo sie herkommen – und schon gar nicht im Urlaub.

Der Deep-fryed Mars-Bar

Von Dunnotar geht es in das benachbarte Stonehaven. Der Grund ist zwölf Zentimeter lang und enthält geschätzte 30.000 Kalorien: Der Deep-fryed Mars-Bar.

Deep-Fryed Mars Bar – Erhältich in der Carron Fish-Bar, Stonehaven, Schottland

 

Was zunächst klingt wie ein ganz schlechter Scherz, ist ernst gemeint. Der lokale Fish and Chips Shop „Carron Fish Bar“ hat ihn erfunden und das Rezept ist wie folgt: Ein Mars-Riegel wird aus der Kühlung genommen, unter dem Wasserhahn abgewaschen und in Bierteig eingetaucht. Das ist übrigens der selbe Bierteig, in dem auch der Fish zu den Chips gewendet wird. Danach geht es mit keckem Schwung in der Friteuse, wo der Bar einige Minuten vom Fett umspült verbleibt.

Was herauskommt, sieht in etwa so aus, wie ein explodiertes Würstchen und muss abkühlen, bevor man es probieren kann. Die Frau, die sich in Notfällen auch ausschließlich von Schokolade ernähren kann, wagt den Selbstversuch und kommentiert „nik schlek“, weil sie Probleme hat, ihre Zähne auseinanderzubekommen. Ich lasse mich jetzt ebenfalls hinreißen und konstatiere, dass es sich gelohnt hat, ihn mal probiert zu haben. Ein DFMB reicht übrigens locker für zwei hungrige Esser. Nicht geeignet für Weight Watchers Mitglieder. Die spinnen die Schotten. Aber das macht sie auch so sympathisch.

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

Leave a Comment