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Jeremy Clarkson – The Top Gear Years – Buchkritik

Written by hansbahnhof

Jeremy Clarkson ist ein unerzogener, notorisch schlecht gelaunter, zynischer Brite, der seine frühen Jahre als Vertreter für Stofftiere verplempert hat. Er ist außerdem ein Mann, dessen Frisur so aussieht, wie etwas, mit dem man Badewannen klasse sauber kriegt. Und er hat einmal völlig ohne Grund einen Porsche 911 (F-Modell!) absichtlich kaputtgefahren. Das muss man ihm übel nehmen, selbst wenn man kein Porsche Enthusiast ist.

Das Originalvideo von Clarksons Porsche 911-Tötung ist leider auf Youtube nicht mehr zu finden. Eine Kurzversion habe ich noch gefunden. Sie reicht, um einen Eindruck zu bekommen.

 

Warum schreibe ich also was über Clarkson?

Zunächst mal hat er die erfolgreichste Autosendung der Welt erfunden. Top Gear. Eine Sendung, die weniger ein Fachmagazin ist, als der fernsehgewordene feuchte Traum eines pubertierenden Autofreaks. Dafür sorgt die BBC mit einem unendlichen Budget kombiniert mit völliger Narrenfreiheit für Clarkson und seine Mannschaft. TopGear ist dadurch ein weltweiter Erfolg geworden. Auf der Insel liegen die Einschaltquoten höher, als bei uns die der Tagesschau.

Brot und Spiele

Getreu dem guten alten Motto „Brot und Spiele“ liefert Clarkson der breiten Masse in Little Britain, was sonst unerreichbar ist. Eine Fahrt im Lamborghini. Ein Rennen zwischen dem Über-Bentley „Mother Gun“ und „Brutus“, dem urdeutschen Vorkriegsdragster des Auto & Technik Museums Sinsheim. Oder eine „Amphibious Car Challenge“, bei der er und seine Sidekicks Richard Hammond und James May Autos zu Amphibienfahrzeugen umbauen und schauen, wer schneller absäuft bzw. ankommt.

Nebenbei werden Wohnwagen gecrasht, ein Porsche 911 kaputtgefahren (hatte ich das schon erwähnt?) oder ein gut erhaltener Maserati Biturbo mit einem vollen Altmetall-Container plattgequetscht. Clarkson mochte die Karre einfach nicht.

Wo war ich?

Jetzt habe ich mich doch wirklich in Rage geschrieben. Wo war ich? Achso. Clarkson hat ein Buch geschrieben.

Wenn Jeremy Clarkson nicht gerade mit seinem 100 Mann Kamerateam, 30 Groupies, 10 Lamborghinis und seinen Kumpels auf Kosten der BBC in Europa und der Welt herrumfährt, schreibt er Kolumnen für das „Top Gear magazine“ und macht daraus Bücher. Die Frau hat mir eines davon gekauft, während wir auf den Kanaltunnelzug warteten. Es heißt „The Top Gear Years“ und ist auf Englisch geschrieben.

Anything else?

Es ist witzig.

Da kann man von Clarkson halten, was man will. Genaugenommen habe ich es trotz seines Umfangs in wenigen Tagen durchgelesen. Zwischendurch habe ich lachen müssen, obwohl mir ja als Deutschen – wenn es nach Clarkson geht – dafür die genetische Veranlagung fehl. Ich verstehe Spaß (ha). Nur dann nicht, wenn Leute ein Porsche 911 F-Modell kaputtmachen. Clarkson hat das mal gemacht, hatte ich erwähnt – oder?

Zurück zum Buch: „The Top Gear Years“ ist ein unterhaltsames Buch über Autos aber auch über Menschen. Oft geht es dabei um Menschen, die Clarkson nicht leiden kann. Und davon gibt es eine Menge. Darunter alle Politiker, alle Umweltschützer, jeder Deutsche und besonders Michael Schumacher, die meisten Franzosen mit Ausnahme einiger Frauen und Nicht-Engländer im Allgemeinen. Mit Ausnahme der Itlaliener. Weil die Ferraris bauen. Alle anderen (ALLE anderen) kriegen ihr Fett ab und man möchte nicht in ihrer Haut stecken, wenn Clarkson mit der Klischeepeitsche um sich schlägt.

Fazit von Teil der Maschine

Empfehlung von Teil der Maschine! Ganz klar. Auch wenn Clarkson mit jedem verkauften Buch mehr Geld hat, um weitere Autos kaputtzumachen und er es irgendwie nicht verdient hat. Aber vielleicht doch.

Autor: Jeremy Clarkson
Verlag: Who Cares Verlag
Titel: The TopGear Years
Sprache: englisch
Eignet sich für: Top Gear-Fans, Autofreaks, pubertierende Autofreaks, Ferrarifreaks, pubertierende Ferrarifreaks, Lamborghinifreaks, sowie für Leute mit ausreichenden Mengen englischem Humor. Nichts für Porsche-Fans. Nichts für Deutsche. Nur wenn sie Nerven (oder Humor) haben. Kein Schrauberbuch.
Preis: ein paar englische Pfund

 

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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