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Kameras am Oldtimer Porsche 911 – Fahreindrücke auf Video festhalten – Folge 2: Fingerkameras / Onboard Kamerasysteme

In Teil zwei der kleinen Serie über die Erstellung von Fahraufnahmen im und am klassischen Porsche 911 geht es um die sogenannten „Fingerkameras“ oder Onboard Kamerasysteme.

Fingerkameras / Onboardkamera Komplettsysteme
Bei den Fingerkameras wird eine fingergroße Minikamera außen am Porsche oder im Innenraum befestigt. Der von der Kamera getrennte Rekorder zur Aufnahme der Daten wird im Wagen untergebracht. Die teureren Modelle besitzen einen Kontrollmonitor am Rekorder. Der ermöglicht, ähnlich wie bei einer normalen Digitalkamera , die volle Kontrolle über den Bildausschnitt. Der Vorteil dieser Lösung ist insbesondere die kompakte Bauweise der Kameras. Die fingergroßen Kameras lassen sich nahezu an jedem Ort befestigen, so lange das Kabel lang genug und dorthin verlegbar ist. Außerdem lässt sich die Aufnahme aus dem Innenraum heraus starten, was bei den Actioncams nicht so einfach geht. Die besseren Modelle haben außerdem einen externen Mikrofonanschluss.

Vorteile

  • wasserdicht bzw. spritzwassergeschützt (Kameras immer, Rekorder manchmal)
  • häufig werksseitig mit speziellem Zubehör zur Befestigung am Fahrzeug – die teureren Modelle werden mit verschiedensten Saugnapf- und Klemmmöglichkeiten ausgeliefert.
  • relativ „unsichtbare“ Befestigung der sehr kleinen Fingerkameras – damit auch im normalen Straßenverkehr ohne großes Aufsehen verwendbar
  • Befestigung der Kamera auch an  Stellen möglich, bei denen nicht ausreichend Platz für eine DSLR oder eine Action Cam wäre. Kurzzeitig ist wahrscheinlich sogar ein Betrieb im Motorraum möglich – jedenfalls in der Warmlaufphase
  • Fernbedienung (modellabhängig) ermöglicht komfortablen Start und Stopp der Aufnahmen aus dem Wagen heraus
  • Kontrollmonitor ermöglicht komfortable Sichtung der Aufnahmen aus dem Innenraum des Wagens heraus
  • bei einigen Systemen kann die Stromversorgung optional über die Bordelektrik erfolgen. Man ist dann von Akkus oder Batterien unabhängig

Nachteile

  • bei vielen Systemen sind Kamera und Rekorder mit einem festen Kabel verbunden. Grund dafür ist wohl hauptsächlich, dass nur so ein ausreichender Schutz vor Feuchtigkeit gewährleistet ist. Bei einer Kabellänge von zwei Metern, ist man insbesondere im Porsche 911 Targa gefordert, wenn Aufnahmen hinten am Fahrzeug gemacht werden sollen. Aufgrund des fehlenden hinteren Ausstellfensters muss das Kabel für die Kamera  durch eine vielleicht schon vorhandene Öffnung im Bereich der Porsche Rücksitze Richtung Motor verlegt werden.
  • die Systeme sind knapp doppelt so teuer wie gute Actioncams
  • man schleppt ein zwar kleines aber doch aus einigen Teilen bestehendes System mit sich herum – bei den teureren System erhält man manchmal aber einen Koffer dazu, mit dem das Material stoßfest transportiert werden kann

Worauf man achten sollte

  • große Speicherkarte mit ausreichender Geschwindigkeit (!)  ins Budget einplanen
  • zweites (oder drittes) Akku ins Budget einplanen wenn keine Verbindung zur Bordelektrik möglich ist – eine solche Verbindung macht aber in jedem Fall Sinn
  • das Schneiden von HD Filmen auf PC oder Mac erfordert erhebliche Systemressourcen. Wer sich ernsthaft an den digitalen Schneidetisch begeben möchte, sollte ein maximal 12 Monate altes System mit guter Grafikkarte, minimal 6 GB Arbeitsspeicher und aktuellem Prozessor sein eigen nennen. Wer denkt, dass die Hardware-Minimalanforderungen auf der Schachtel des Schnittprogrammes genügen, wird keinen Spaß an der Schneiderei haben

Hersteller und Modelle (aktualisiert 1-2011)

  • ab Februar 2011 neu in Europa: POV HD – Full HD System, max. 32 GB SD-Karte, Anschluss an 12 Volt Bordelektrik möglich – von mir nicht getestet, scheint aber zur Zeit das interessanteste Onboard-System zu sein, ca. 700,– Euro
  • Chasecam Diva – bis zu vier Kameras an einem System inklusive Datenlogger – eher was für Profis. Wer regelmäßig Rennen auf Zeit fährt und ernsthaft trainiert, sollte sich das mal anschauen

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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