Der Porsche 911 S

Die Zusatzbezeichnung „S“ steht auch heute noch bei Porsche für besonders leistungsfähige Modelle.

Der erste Porsche 911 S wurde 1966 vorgestellt. Was kaum jemand weiß: Das „S“ stand für „Super“ – eine Bezeichnung, die aber so gut wie nie verwendet wird. Der „S“ hatte den gleichem Hubraum wie das 911 Coupé, holte aber durch verschiedene Optimierungsmaßnahmen 30 PS mehr aus dem Gehäuse.

160 PS – das klingt nicht viel, ist aber in Relation zu anderen Fahrzeugen der Sechziger eine echte Ansage. Ein 1300er Käfer galt mit schlanken 40 PS als ganz anständg motorisiert.

Mit dem S debüttierte übrigens 1966 auch die sternförmige Fuchs-Felge aus geschmiedetem Aluminium. Die Felge war so erfolgreich, dass sie auch von Käufern schwächerer Modelle gern beim Kauf dazubestellt wurde.
Mehr Informationen zur Fuchs-Felge findet Ihr in der Teil der Maschine Porsche Marken FAQ.

 Video: „mit stil: Porsche 911 S | motor mobil“ – (c) Deutsche Welle / dw tv / Youtube

Porsche 911 S – die Evolution von 1966 – 1973

Der Porsche 911 S wurde dann im Lauf der Jahre weiterentwickelt, wobei sich die Entwicklung im Wesentlichen auf den Motor bezogen. Optisch blieb der 911 über die Jahre hinweg nahezu unverändert.

 

Die höchste Entwicklungsstufe: Porsche 911 S 2.4l (Modelljahre 1972 und 1973)

Im Modelljahr 1972 (E-Serie) unterteilte Porsche sein Angebot in drei Modelle. Im Grundmodell Porsche  911 T knauserten 130 PS in der 2.4 Liter-Maschine. Aber – bereits der 911 T erlaubte Geschwindigkeiten jenseits der 200er Marke. Der Porsche 911 E fungierte als Luxusmodell oberhalb des 911 T und bot als 2.4 Liter 165 PS. Das Highlight der Modelle der E- und F-Serie stellte der Porsche 911 S dar, der 190 PS aus 2,4 Litern Hubraum presste.

 Video: Eine der ersten Fahrten im 911 S von 1972 – Quelle / Copyright 2010 by Teil der Maschine

Konkurrenten des 911 S

Die Konkurrenten der 2,4 Liter-Version des Porsche 911 S auf dem deutschen Markt ließen sich an den Fingern einer Hand abzählen. Nur Mercedes-Benz bot zu dieser Zeit mit den großen 3.5 Liter und 6.3 Liter S-Klasse Modellen mehr PS fürs sehr teure Geld. Zumindest die 6.3 Liter S-Klasse konnte mit ihren 250 Achtzylinder PS den S-Porsche in echte Bedrängnis bringen.

Der Porsche 911 S konkurrierte außerdem mit einigen wenigen internationalen Sechszylinder-Sportwagen. Nennenswert ist an dieser Stelle sicherlich der Ferrari Dino, der klassisches Ferrari-Design und kapriziöse italienische Sechszylindertechnik aufregend zueinander brachte.

Zum Niederknien schön und mit 190 PS auf Porsche 911 S 2.4 Niveau: Ferrari Dino in "freier Wildbahn" in der Innenstadt von Lausanne (CH) 2009

Zum Niederknien schön und mit 190 PS auf Porsche 911 S 2.4 Niveau: Ferrari Dino in „freier Wildbahn“ in der Innenstadt von Lausanne (CH) 2009

 

Der Porsche 911 2.4 S und der 911 2.7 RS: Preise damals und heute

Der 2.4 S mit 190 PS blieb nur kurz der stärkste Porsche im Zuffenhausener Programm. Er wurde im Modelljahr 1973 von der Leichtbauvariante Porsche RS 2.7 übertrumpft. Der RS brachte bei einem Gewicht von weniger als 1000 kg brachiale 210 PS auf die Straße. Seine Fahrleistungen wurden von keinem anderen deutschen Fahrzeug der Siebziger übertroffen. Da es den RS offiziell aber nie als Targa gab, blieb der 2.4er S der stärkste offene Porsche der frühen Siebziger.

Porsche 911 Carrera 2.7 - hier gleich eine ganze Rotte (Porsche Classics at the Castle, England 2012)

Porsche 911 Carrera 2.7 – hier gleich eine ganze Rotte (Porsche Classics at the Castle, England 2012)

Preislich lagen der Targa S und der RS übrigens nah beieinander: Für den Porsche Targa (S-Version) rief Stuttgart im Jahr 1972 33.720 DM auf (RS 34.000 DM). Im Modelljahr 1973 war der 911 S in der Offenversion mit 34.700 DM sogar 700,- DM teurer als die Ikone RS. Stand 2010 haben sich diese Relationen deutlich in Richtung RS verschoben. Ein guter RS kostet weit über 200.000 Euro. 911 S Coupé und 911 S Targa rangieren (noch) nicht in diesen Preisregionen.

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