1972 2.4 S Targa - Porschekauf in Holland

Porsche 911 S 2.4 Targa – Folge 2: Marktsituation 2008, 2010 und heute

Written by hansbahnhof

29.12.2014: Bitte nicht wundern – ich ändere und ergänze gerade die Seiten zum Kauf des Porsche 911 S 2.4 – es könnte in den folgenden Tagen zu inhaltlichen und optischen Ungereimtheiten kommen. 

Ich hatte schon lange Anzeigen sondiert, als meine Suche Anfang 2008 ernsthaft begann. Die Preise hatten sich in dieser Zeit in schmerzhafte Höhen geschraubt. In den Jahren zwischen 2004 und 2008 hatten sich die Preise nahezu verdreifacht.

2008 hatte der 911er-Hype trotz unablässiger Reimporte aus den USA einen vorläufigen Höhepunkt erreicht, der mich ein wenig nervös machte. Zwischen 55.000,– und weit über 100.000,– Euro wurden in diesem Jahr für ein spätes F-Modell mit dem „S“-Schriftzug aufgerufen. Diese Summe lag damals bereits über meinem selbst gesetzten Budget.

Und trotz der immer wieder beschworenen Blase haben sich die Preise seitdem noch deutlich weiterentwickelt. Im Jahr 2010 lag der „Techno-Classica Durchschnittspreis“ für einen 72er Porsche 911 S 2.4 bereits bei etwa 78.000,– Euro.

Heute – nur wenige Jahre später – ist ein fahrbarer 1972er 911 S in der Ölklappenversion unter 100.000 Euro überhaupt nicht mehr zu bekommen.

Porsche 911 S 2.2l Coupé für 59.000 Euro. Inklusive Recaros. Ich höre noch die spitzen Schreie der Techno Classica-Besucher 2009: "Fast 60.000 Euro für einen 2.2 S???" - Stand heute war der Kauf ein echter Schnapper!

Porsche 911 S 2.2l Coupé für 59.000 Euro. Inklusive Recaros. Ich höre noch die spitzen Schreie der Techno Classica-Besucher 2009: „Fast 60.000 Euro für einen 2.2 S???“ Gemessen am heutigen Marktwert hat der Käufer 2009 einen echten Schnapper gemacht.

Wird ein S mal günstiger angeboten, so ist er offensichtlicher Schrott oder er kommt aus dubiosen Quellen.  Denn, so wie „RS-Replicas“ en masse den Markt bereichern, so dürften auch zahlreiche „S“ in ihrem früheren Leben einmal ein Dasein als „T“ oder „E“ gefristet haben. Die wenigen optischen und technischen Unterschiede zwischen T/E- Modellen und dem begehrten S machen das „Aufrüsten“ für Kenner zum lukrativen Kinderspiel – und für unerfahrene Käufer zum Glücksspiel. Für mich als Anfänger stand daher 2008 eines fest: Kein Kauf ohne Experten.

Preisschwankungen

Nach meinen Beobachtungen unterliegen die Preise für klassische Porsche 911 deutlichen saisonalen Preisschwankungen. 911er Preise beginnen im Frühling zu steigen und haben ihren Jahreshöhepunkt in der Techno-Classica-Woche (Oldtimer-Messe in Essen). Zum Ende des Sommers beginnen dann die Preise wieder leicht zu fallen. Gefühlt liegen die Schwankungen über das Jahr bei 5% – 10%.

With a little help from an expert

Wer keine Ahnung hat, sollte die Finger vom Kauf eines Oldtimers lassen. Egal ob Porsche, Mercedes oder Skoda draufsteht. Ölverlust, Originalität, Rost, Spaltmaße und andere Punkte erfordern einen Profi, der nüchtern Eins und Eins zusammenzählt.

Alles klar? Eben nicht. Ohne Experte verläuft man sich bei einem alten Elfer schnell. Zum Beispiel im Kofferraum! Hier der Blick von vorn in den "nackten" Kofferraum eines Porsche F-Modells.

Alles klar? Eben nicht. Ohne Experte verläuft man sich bei einem alten Elfer schnell. Zum Beispiel im Kofferraum! Hier der Blick von vorn in den „nackten“ Kofferraum eines Porsche F-Modells.

Auf der Suche nach Unterstützung beim Kauf stolperte ich schnell über eine Werkstatt mit einem Experten in der Nähe.

Bei meinem ersten Besuch erzählte er eine halbe Stunde von den Vor- und Nachteilen der alten Autos und freute sich, dass ich mir schon vorher Gedanken darüber gemacht hatte, was ich gern hätte. „Wenn Sie einen finden, rufen Sie an – ich komme mit und schaue mir den Wagen an!“ Dass weder er noch andere Experten so etwas umsonst tun, sollte klar sein. Dass der Expertenblick bei Besichtigung aber echte Euros sparen kann ebenfalls.

Die Nadel im Heuhaufen

Der Beginn meiner Suche gestaltete sich allerdings frustrierend. „So einen finden Sie nicht mehr. Jedenfalls nicht zu einem bezahlbaren Preis“. So oder so ähnlich lauteten die Kommentare, die ich auf meiner Suche nach „meinem“ hellelfenbeinfarbenen Porsche 911 2.4 S Targa hörte. Die Tatsache, dass die Farbe weiß zwischenzeitlich auch bei Neuwagen wieder zu den ganz angesagten Farben gehörte, machte die Angelegenheit nicht einfacher.

Über lange Zeit sah es daher so aus, als würden die Unkenrufer Recht behalten. Die Wagen, die im Markt auftauchten, waren entweder überteuert oder schlecht. Oder sie waren überteuert und schlecht.

 

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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