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Porsche 911 S fahren im Jahr 2030 Folge 1: Der Elektroporsche kommt

Ein 1972er Porsche 911 S 2.4 im Jahr 2030. Der Wagen ist dann achtundfünfzig Jahre alt. Kurz vor der Rente quasi. Fährt man 2030 noch mit einem Porsche 911 Oldtimer? Oder ist der Elfer dann dafür zu wertvoll? Ist die Oldtimerpreisblase bis dahin geplatzt? Kostet Sprit 10 Euro pro Liter? Braucht man eine Sondergenehmigung für ein Auto mit einem Verbrauch von 17 Litern? Ich habe mir mal ein paar sehr persönliche Gedanken darüber gemacht.

Porsche 911 S: Preise für klassische Porsche im Jahr 2030

Der 911 S wird 2030 teurer sein als anno 2010. Jedenfalls dann, wenn sich die Weltbevölkerung bis dahin nicht gegenseitig ins Nirvana gebombt hat. Und wenn die Weltwirtschaft herausgefunden hat, wie Globalisierung ohne massive Benachteiligung ganzer Kontinente funkioniert. Sollte das nicht so sein, werden wir andere Probleme haben, als die Fortbewegung in klassischen Fahrzeugen.

Aber bleiben wir mal optimistisch: Ein 911 S wird unter Berücksichtigung der Inflation und der aus meiner Sicht steigenden Nachfrage aus China, Russland etc. so um die 200.000 – 300.000 Euro kosten. Hier lasse ich mich gern von Pessimisten korrigieren – dafür hat der Blog ein Kommentarfeld! Aus meiner Sicht: Ein Grund mehr, sein Garagengold gut aufzubewahren.

Antriebsarten für klassische Fahrzeuge 2030 – Elektrisch oder Biosprit oder?
2030 werden Porsche Besitzer ihre Sechszylinder ausbauen und als Couchtischfuß zweitverwerten. Ich wage diese Hypothese schon deswegen, weil 2030 Elektromotoren in Alltagsfahrzeugen einen Standard erreicht haben dürften, der heute noch kaum möglich scheint. Elektrische Fahrzeugmotoren werden eine ganz große Rolle spielen. Schon weil zur Zeit weltweit fieberhaft Akkutechnologien entwickelt werden, die sowohl die Ladezeit als auch die Kapazität von Fahrzeugakkus deutlich verbessern werden.  Und – die Technik ist in ihren Grundzügen primitiv. Eine Batterie, ein Elektromotor, ein Steuergerät. Bewegliche Teile in einem solchen Setup: Eines. Ein Getriebe? Nicht notwendig. Verglichen mit einem Porsche Sechszylinder, mechanischer Benzineinspritzung und 915er Getriebe hat das Szenario drei wesentliche Vorteile:

  • Motor, Batterien und Elektronik werden 2030 deutlich günstiger sein, als die 12.000 Euro, die heutzutage für eine 2.4er Motorrevision aufgerufen werden
  • der Betrieb eines E-Porsche wird den Bruchteil der benzingetriebenen Variante kosten – vom Liter Super für 1,50 Euro werden wir dann nämlich träumen
  • die Wartung des Antriebs wird deutlich günstiger – ein Elektromotor ist bestenfalls mal schief gewickelt

Elektrische Porsche fahren bereits auf Deutschlands Straßen
Die ersten elektrischen Porsche fahren übrigens schon auf deutschen Straßen. Dazu gehört der eRuf – ein moderner „Targa“ der Tuningschmiede Ruf in ökogrün – Neuigkeiten hierzu unter http://www.ruf-automobile.de/de/de-aktuelles-eruf.php. Aber auch klassische Porsche lassen sich bereits elektrifizieren. Das machen Herr Broedersdorf und Herr Koenzen, die bereits vor Jahren mit einem elektrischen Porsche 912 für Diskussionen in der Klassikerszene gesorgt haben. Ich kann mich gut an die entrüsteten Leserbriefe in Oldtimer-Markt (oder war es Oldtimer Klassik?) erinnern. Mittlerweile rüsten die beiden Pioniere für Elektroklassiker auch VW Busse und andere Oldtimer auf Elektro um: http://www.elektroporsche.de.

Wirkliche Alternativen zur Elektrifizierung sehe ich als Laie zur Zeit nicht. Biosprit im klassischen Porsche 911? Vielleicht lässt sich da mit Umrüstungen etwas machen. Einziger halbwegs nachvollziehbarer Vorteil: Der Sechszylinder Boxer Sound des klassischen Porsche verschwindet nicht. Und so spannend ich das Thema Elektrifizierung finde. Den Sound, die Vibrationen und den Geruch des warmen Boxers werde ich vermissen.

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

2 Comments

  • Hallo Ansgar!
    Ich sehe das genauso. Zurzeit habe ich einen 86er Carrera in der Garage – 231 PS, also ohne Kat! Damit hat man in HH zwar noch kein Problem, aber Ausflüge nach Hannover, Köln oder andere „Umweltzonen“ sind wegen fehlenden H-Kennzeichen und damit verbundener „Grüner Plakette“ = off-limits!
    Deshalb trage ich mich mit dem Gedanken den Wagen zu verkaufen oder auf Elektro-Antrieb umzurüsten. Wenn man ehrlich ist, fährt man so einen Wagen sowieso nicht mehr als 5.000 km im Jahr, wenn überhaupt. Und dann sowieso nur im Sommer – bei gutem Wetter und in einem Radius von 30-50 km.
    Wozu also eine Reichweite von mehr als 150 km für eine Tour? Das schaffen die Jungs von elektroporsche.de schon mit ganz kleinem Budget (weil Blei-Gel Akkus verwendet werden können, die Kosten nur ca. 1/4 gegenüber LiIo-Akkus). Die Akkutechnik ist ganz klar der Preistreiber zurzeit – gute Motorisierungen so um die 80 – 120 PS inkl. Regel-Technik sind aber schon billiger zu haben als ein unrevidierter Original-Motor.
    Also, Motortechnik ausbauen und verkaufen (solange noch jemand dafür Geld bezahlt!:-) und auf Elektro umrüsten???
    Sich nie wieder bei Shell über den Preis von „VPower-Super-Maxi-Extratoll-und-doppelt-so-teuer“ ärgern???
    Was meinst Du, sollte man als Oldi-Fan den Schritt (in die Zukunft) wagen?

    • Wenn Du so erzählst von 231 PS und Carrera zieht sich bei mir schon (noch) alles zusammen beim Gedanken an den E-Porsche. Wenn es meiner wäre, würde ich ihn schon deswegen noch ein paar Jahre weiter fahren, weil es doch so eine tolle Maschine ist und irgendwie einer der besten und langlebigsten Luftgekühlten, die jemals gebaut wurden. Warten heißt ja in dem Segment auch, dass wahrscheinlich alle 3 Monate neuere, leichtere und bessere Akkus herauskommen. Da arbeitet man ja weltweit fieberhaft dran. Eine Umrüstung in drei bis fünf Jahren dürfte bereits ganz anders aussehen, als eine Umrüstung Stand 2011. Und für einen Sportwagen ist es ja irgendwie auch wichtig, wieviele Akku-Kilos er mit sich rumschleppt… – ich fahre jedenfalls (noch) weiter 911 S bis es richtig schmerzt ;-). Falls Du ihn abgeben möchtest (ich würde das allerdings nicht tun, wenn ich Du wäre) – ich habe eine Bekannte in Aumühle, die schon seit Jahren einen kaufen möchte …

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