TdM Blog News

Porsche 911 S fahren im Jahr 2030 Folge 2: Ersatzeile aus dem Rapid Prototyping Drucker

Porsche 911 Ersatzteillage 2030
Ich glaube an die Segnungen des Fortschritts. Und 2030 wird ein gesegnetes Jahr sein. Schon weil wir uns Dichtungen für die Türgriffe nicht mehr im Zubehörhandel kaufen müssen. Wir drucken sie dann nämlich einfach aus. „Rapid Prototyping“ nennt sich das. Und es ist keinesfalls eine Zukunfsvision. Das folgende Video zeigt das ganz gut – auch am Beispiel von Autoersatzteilen.

Dem Rapid Prototyping zum Trotz: Fahrzeuge im Originalzustand ganz vorn
Insbesondere aufgrund der breiten Verfügbarkeit von Ersatzteilen wird ein originales Fahrzeug mit originalen alten Teilen im Jahr 2030 deutlich mehr wert sein, als ein mit modernen Komponenten aufgebautes Fahrzeug.

Einzige Ausnahme von dieser Regel könnte das Antriebskonzept sein. So halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass ein Porsche 911 mit modernem Elektroantrieb 2030 aufgrund seiner besseren Alltagstauglichkeit begehrter sein wird, als sein Pendant mit dem originalen Sechszylinder. Der wird dann möglicherweise nur noch von reichen Freaks zu Showzwecken angelassen und natürlich im Porsche Museum zu bewundern sein. Aber – vielleicht ist auch genau das Gegenteil der Fall und ein Porsche 911 S mit mechanischer Bosch Einspritzung, der 2030 noch läuft, wird zum begehrten Kuriosium. Denn die Spezialisten, die sich 2030 noch mit der Uhrwerktechnik einer mechanischen Einspritzanlage auskennen, wird man an den Fingern einer Hand abzählen können. Schon jetzt sind ja nicht mehr viele davon über.

Der Verfall der Originalsubstanz
Während viele Teile, die von Porsche 1972 eingebaut wurden, theoretisch auch 100 Jahre überstehen können, wenn sie denn gut gepflegt werden, könnte es einige wenige Ausnahmen geben. Das gilt möglicherweise ganz besonders für die seinerzeit verwendeten Alu-/Magnesiumlegierungen, die u.a. in den Porsche Getrieben zum Einsatz kamen. Sowas ist nur ansatzweise reparabel bzw. schweissbar. Der schleichende Verfall wird dazu führen, dass entweder zunehmend auf neuere Getriebe (G50) umgebaut wird, oder vielleicht gleich auf Elektro. Siehe dazu meine Einschätzung zu den Antriebstechniken in Folge 1 dieser kleinen Serie.

Konservierung und Ausbesserung statt Restaurierung mit Neuteilen
Komplettrestaurierungen „besser als neu“ werden 2030 nicht mehr so begehrt sein, wie der unverfälschte Originalzustand eines Oldtimers. Das bedeutet aus meiner Sicht, dass sich Experten in den Bereichen Lackierung, Innenräume und Technik etablieren werden, die darauf spezialisiert sind, den Originalzustand so weit wie möglich zu erhalten.

Erste Ansätze gibt es heute bereits bei der Lackierung hochpreisiger Sammlerstücke wie z.B. Bugatti. Bei denen wird nicht mehr überlackiert, sondern ausgebessert. Fehlstellen im Lack werden wie bei einem Renaissance-Gemälde mit zeitgenössischen Lackzusammensetzungen sowie ggf. einer zusätzlichen Patinaschicht aufgefüllt. Das ist im Ergebnis etwa so teuer wie eine Neulackierung, bewahrt aber den originalen Zustand.

Ein Grund mehr für mich, sämtliche Teile des 911 S aufzubewahren, seien sie auch noch zu vergammelt. Außerdem bleibt der Riss im Armaturenbrett meines Porsche 911 so, wie er im heißen Italien entstanden ist. Wer könnte einem Sportwagen die Narben eines erreignisreichen Lebens nachtragen?

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

Leave a Comment