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Porsche 911 S Registry – die neue Esses ist da

Das amerikanische Porsche 911 S Register (“Early 911 S Registry”) ist hier in Deutschland eher unbekannt. Wozu sollte man auch in einem amerikanischen Club Mitglied werden? Ich habe es ausprobiert und bekomme seitdem vierteljährlich eine der besten Clubzeitschriften, die ich kenne. Ihr Name: “Esses”.

Das amerikanische Porsche 911 S Register („Early 911 S Registry“) ist hier in Deutschland eher unbekannt. Wozu sollte man auch in einem amerikanischen Club Mitglied werden? Ich habe es ausprobiert und bekomme seitdem vierteljährlich eine der besten Clubzeitschriften, die ich kenne. Ihr Name: „Esses“.

http://www.early911sregistry.org
Es gibt schönere Websites als early911sregistry.org und ich wäre nie auf die Idee gekommen, Mitglied des amerikanischen Porsche 911 S Registers zu werden, wenn ich nicht so neugierig wäre. Denn sämtliche Mitglieder und ihre Fahrzeuge werden am Ende des Jahres in einer Liste zusammengefasst, die den Mitgliedern zur Verfügung gestellt wird.

Mitglied wird man über die Website ganz einfach durch den Einwurf kleiner Münzen per Paypal. Im Falle des Registry geschieht das auf der Anmeldeseite Onlineanmeldung zum 911 S Registry durch Einwurf von 55 USD. Amerikaner zahlen 40 USD für die Mitgliedschaft. Nicht-Amerikaner zahlen 15 USD zusätzlich für das Porto der Clubzeitschrift.

Porsche 911 S Registry GrillbadgeClubzeitschrift mit Anspruch – Esses
Für den Mitgliedsbeitrag erhält man einmal im Jahr die Mitgliederliste und nicht zuletzt vierteljährlich die Clubzeitschrift „Esses“. Die ist gut gemacht und kann durchaus mit kommerziellen Zeitschriften konkurrieren. Die Artikel werden in der Regel von Registry-Mitgliedern verfasst und befassen sich sämtlich mit klassischen Porsche 911 – häufig Porsche F-Modellen. Dabei ist nicht nur der frühe 911 S Thema. Esses berichtet über Umbauten, Tuningmaßnahmen und Nachfertigungsaktionen. Außerdem im Angebot: Restaurationsberichte und Berichte von „Treffen“, wie der Amerikaner es nennt.

Anfangs war ich überrascht, an wie vielen Stellen deutsche Versatzstücke in Esses auftauchen. Der amerikanische Porsche Afficionado fährt zum „Treffen“ und kauft Ersatzteile bei „Zuffenhaus“  – und er ist Mitglied der „R-Gruppe“. Das klingt oft ein wenig abstrus – sympathisch ist der begeisterte Umgang der Amis mit dem deutschen Sportwagenklassiker Porsche 911 und der deutschen Sprache aber allemal.

Beim Lesen fällt insbesondere eines auf. Wenn Amerikaner sich mit alten Fahrzeugen beschäftigen, tun sie das mit einer kindlichen Begeisterung, viel Hingabe und einem wohltuenden Altruismus. Wo deutsche Oldtimerfans Grüppchen bilden, die sich abgrenzen,  neigt der Amerikaner eher dazu, seine Begeisterung für das Hobby mit der Welt zu teilen. Mit wem ist erst einmal egal – we are familiy. Oder besser – we are R-Gruppe.

Lohnt sich das?
Lohnt sich die Mitgliedschaft im Registry? Schwer zu sagen. Für 55 USD erhält man jedenfalls vier mal im Jahr interessante Einblicke in die amerikanische Porsche-Szene. Die Qualität der besprochenen Fahrzeuge ist in der Regel gut – man sieht viele aufwändige Restaurationen bei denen Wert auf Originalität gelegt wird. Nicht ganz so eng sehen die Amerikaner übrigens das Thema Reifenbreite und Tieferlegung. Ein klassischer Porsche ist in den USA immer tiefer und meist breiter als bei Auslieferung.

Interessant sind aber nicht nur die Berichte sondern auch die zahlreichen gewerblichen Angebote von freien Händlern. Was überrascht: Amerikanische Online-Shops mit Schwerpunkt Oldtimer Porsche sind nicht nur auf der Angebotsseite oft breiter aufgestellt, als ihre deutschen Pendants. Auch Optik und Benutzbarkeit der amerikanischer Online-Shops sind oft deutlich besser.

Fazit: Klar sind umgerechnet 9,40 Euro für ein englisches Porsche Magazin viel Geld. Aber man kann es auch so sehen: Für den Gegenwert eines halbvollen 911er Tanks bekommt man vier mal im Jahr eine interessante Szenelektüre für lange Winterabende.Warum also nicht?

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

2 Comments

  • Hallo , ich lese und schmunzle immer wieder gerne über Ihren Blog … (weiter so ) falls noch nicht bekannt: es gibt eine weitere sehre interessante Lektüre aus der amerikanischen Szene die häufig Stories um die geliebten „luftgekühlten“ bringt:

    Siehe http://www.excellence-mag.com

    Die Print-Ausgabe kostet 45US§ und liefert dafür 10X pro Jahr besten Lesestoff zum Thema ( im aktuellen Heft wieder eine Restaurationsstory über ein 1972-er F-Modell mit RS-Spec Motor )

    Beste Grüsse RRÖ ( 964 C2 CAB )

    • Hallo Ralf,

      ich glaube wir können beim luftgekühlten Du bleiben 😉 – vielen Dank für das Lob und für´s regelmäßige Vorbeischauen. Das ermuntert zum Weitermachen. Ecellence-mag kannte ich noch gar nicht – vielen Dank also für den Tipp – ich werde mir das anschauen. Eine unfallfreie Saison mit Sonne und netten Beifahrern im 964!
      von Ansgar (hansbahnhof) – Teil der Maschine

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