Werkstatt

Porsche 911 S Werkstattausrüstung – Folge 2: Elektrowerkzeug

Was haben Porsche Schrauber eigentlich vor Erfindung elektrischer Geräte gemacht? Ich möchte das gar nicht wissen. Elektrowerkzeug, das ich bei den Arbeiten am Porsche 911 S von 1972 als hilfreich empfinde, habe ich hier aufgelistet.

Was haben Porsche Schrauber eigentlich vor Erfindung elektrischer Geräte gemacht? Ich möchte das gar nicht wissen. Elektrowerkzeug, das ich bei den Arbeiten am Porsche 911 S von 1972 als hilfreich empfinde, habe ich hier aufgelistet.

Bohrmaschine von Bosch

Meine Bosch Bohrmaschine war fünfzehn Jahre alt und fiel eher in den Bereich Amateurwerkzeug. Sie hatte so so um die 120 DM gekostet und eigentlich war ich davon ausgegangen, dass ich sie nie ersetzen müsste. Doch dann …

Update 2013 – Bosch Bohrmaschine Ersetzt durch Bohrmaschine Fein BOP 10-2

Plötzlich war sie weg die Bosch. Und meine schönen HSS-Bohrer auch. Entwendet aus dem Keller von …. ich weiß wer es war, kann aber nichts nachweisen. Jedenfalls hatte ich einen Grund für eine neue Maschine und habe mich nach einigem Hin- und Herüberlegen für eine Fein BOP 10-2 entschieden. Warum? Weil Fein in Deutschland produziert und eine lange Tradition hat. Weil das Gerät einen guten Eindruck machte und weil ich der Meinung bin, dass man für sowas ruhig mal 100 EUR mehr ausgeben sollten, wenn man damit Arbeitsplätze vor Ort unterstützt.

Die Fein BOP 10-2 ist auf den ersten Blick relativ schlank – aber deutlich schwerer als man auf den ersten Blick vermutet. Sie bohrt extrem kraftvoll und hat gefühlt doppelt so viel PS wie die alte Bosch. Ok, sie war auch drei mal so teuer. Ein schönes Gerät, das direkt mit Koffer geliefert wird. Das ist auch ein Vorteil. Außerdem signalorange. Kann man auch in dunklen Garagen schnell wiederfinden. Achso: Sehr langes Kabel! Da hat mal einer nachgedacht!

Update 2014 zur Fein Bohrmaschine: Jetzt habe ich einige Monate mit der Fein hinter mir. Keine Beschwerden. Sie tut, was sie soll, auch wenn man sie mal malträtiert – zum Beispiel beim Entfernen von POR15 und Rost am Unterboden des 1965er Porsche 911. Sie wird im Dauereinsatz mit N…keks (Schleifscheibe) aber auch sehr heiß. So heiß, dass man sie vorn (Metall) kaum noch anfassen kann. Aber – wir reden wie gesagt von hartem Dauereinsatz mit der Schleifscheibe – nicht von 10 MInuten Löcher bohren. Gewöhnungsbedürftig ist bei der Fein das (eigentlich geniale) Spannfutter. Das funktioniert nach Entriegeln (zu / auf sind schwer unterscheidbar) durch einfaches Drehen und werkzeuglos. Bis ich das kapiert hatte, hat es gedauert und es ist immer noch komisch ohne Spannschlüssel zu arbeiten. Aber es geht.

Noch ein Nachteil im Hinblick auf die Benutzbarkeit des Koffers – auch wenn es dämlich klingt: Der schöne orangene Koffer ist der Gleiche, wie der des Fein Multimasters (weiter unten). Das heißt, dass man in der Garage jedesmal den Koffer hin- und herdreht, bis man herausgefunden hat, welchen Koffer man denn jetzt öffnen muss.

„Rotationswerkzeug“ von Dremel

Unglaublich wie schnell aus einer Marke ein Gattungsbegriff wird. Ein „Dremel“. Eigentlich sieht es ja so aus, als wäre ein Dremel für Arbeiten am Porsche unterdimensioniert. Weit gefehlt, denn der Zahnarztbohrer für den Amateurhandwerker ist ein Alleskönner. So lässt er sich für zahlreiche Schleif- und Flexarbeiten am klassischen Porsche 911 einsetzen. Sein geringe Größe ist dabei natürlich enorm praktisch. Unentbehrlich ist er aber auch an anderer Stelle. Zum Beispiel beim vorsichtigen Aufflexen eines maroden Zündanlassschlosses. Das wäre mit einer Säge oder einem größeren Werkzeug gar nicht mit dieser Präzision möglich gewesen.

Update 2014: Für den Dremel habe ich mittlerweile ein bohrmaschinenartiges Mini-Spannfutter gekauft. Der macht das nervige Wechseln der beiden Spannzangen (groß und etwas kleiner) bei meinem schon etwas angejahrten Dremel überflüssig. Endlich „normal“ arbeiten. Hätte ich das mal eher gewusst. Das Spannfutter war wahrscheinlich die beste Investition, die ich jemals im Hinblick auf den Dremel getätigt habe.

Multimaster von Fein

Ein tolles Gerät bei dem man sich ähnlich wie beim Dremel anfangs fragt, ob es wirklich nötig ist. Für die Verwendung im Porsche 911 eignet sich der Multimaster an vielen Stellen. Z.B. für Entrostung des „Schmugglerfachs“. Hier kommt man beim besten Willen mit Handarbeit oder der Bohrmaschine nicht besonders weit. Der Multimaster hilft da weiter – auch in unzugänglichen Bereichen wie z.B. beim Abflexen einer zu langen Schraube am Beifahrersitz ohne dass der Sitz wieder komplett ausgebaut werden musste.

Der Multimaster arbeitet im Gegensatz zur Flex nicht mit Rotation sondern mit Schwingungen. Daher ist er auch IM Auto an Stellen einsetzbar, an denen die Arbeit mit der Flex zu viel Funkenflug erzeugt. Das Schleifen und das Trennen ist aber zugegebenermaßen mit einem Multimaster zeitraubender, als mit einer Flex und passenden Aufsätzen. Missen möchte ihn nicht.

Heißluftgebläse von Steinel

Dass man sowas benötigt hätte ich auch nicht gedacht. Mein „Steinel“ kommt aus dem Baumarkt, ist aber kein Billiggerät.

Es eignet sich zum Ablösen festgebackener Gummis und Unterbodenschutz genauso wie zum fachgerechten Aufschrumpfen von Schrumpfschlauch auf Elektroverbindungen. Sehr praktisch – aber mit etwas Vorsicht zu genießen. Trotz des föhnartigen Aussehens ist das, was aus dem Steinel vorn herauskommt so richtig heiss. So heiß, das man auch Grills damit anzünden kann. Das ist kein Scherz. Also nicht herumliegen lassen, wenn kleine Kinder in der Werkstatt herumlaufen!

Werkstattlampe mit Akku von HAZET

Eine Werkstattlampe mit Akku ist praktisch. Man kann sie auch unter das Auto mitnehmen und irgendwo dranhängen. Die HAZET Leuchte arbeitet mit einem dicken Akku und besitzt LEDs als Leuchtmittel. Damit geht einem so schnell nicht der Saft aus. Kleiner Wermutstropfen: Das Ding ist doch relativ sperrig und nicht überall im Porsche kann man es so platzieren, dass der Arbeitsbereich wirklich gut ausgeleuchtet ist. Dafür habe ich jetzt zusätzlich eine Gorilla-Torch.

Update 2014: Der Hazet-Akku hat seinen Geist aufgegeben. Ersatz ist schwieriger, als ich dachte. Der Hazet-Laden in Essen hat mir den Tipp gegeben, mal bei Hazet selber nachzufragen. Da habe ich nach zweimaligem Anruf aber niemanden erreicht. Konsequenterweise (nicht wirklich) habe ich eine neue HAZET Werkstattlampe (LED Doppelstab-Leuchte – 1979-60 von Hazet) gekauft, der man ihre fernostasiatische Herkunft ganz deutlich ansieht. Kein Vergleich mit der steinschweren alten Leuchte. Doch das hat auch Vorteile. In der täglichen Arbeit macht sich das Leichtgewicht bislang besonders an unzugänglichen Stellen im Oldtimer-Porsche gut. Die Verstellmöglichkeiten sind klasse. Durch ihre spezielle Doppelstab-Technik ist sie sogar IN einer Porsche-Tür problemlos einsetzbar. Was die Haltbarkeit angeht, bin ich lieber vorsichtig und schaue, was die nächsten Monate bringen.

Gorillatorch von Joby

Wo es mit der HAZET Werkstattleuchte zu eng wird, leistet die Gorillatorch mit ihren superstarken Neodym-Magnetfüßchen gute Arbeit. Auch wenn sie nicht wirklich für die Werkstatt gedacht ist, ist sie auf Metall (Magnete) und anderen Oberflächen (flexible Beine) überall schnell angebracht. Ich habe Akkus reingepackt, damit ich nicht dauernd neue Batterien kaufen muss.

Lötkolben von Weller

Gelötet habe ich schon viel am Porsche 911 S. Dabei helfen mir zwei Lötkolben. Ein eigener von Weller und ein geliehener mit Regelung von ?: Den „dickeren“ von Weller habe ich bislang häufiger benutzt. Filigranere Arbeiten erledige ich mit dem geregelten. Der hat eine dünnere Spitze  – Danke an Daniel fürs Ausleihen!

Kabeltrommel aus dem Baumarkt

25 m Kabel und vier Steckdosen. Das ist notwendig in der Garage und eher noch zu wenig. Die Qualität ist so lala. Die Trommel wird in drei Jahren durch etwas Solideres ersetzt.

Flex von Flex

Update 2014: Jetzt habe ich endlich auch eine Flex. Und zwar eine Flex L 3410 VR mit variabler Geschwindigkeit. Variabel deswegen, weil man gerade am Oldtimer ja mal mal was abschleifen möchte und nicht immer mit Höchstgeschwindigkeit arbeiten kann. (Danke für den Tipp an Florian!). Da es hier auf Standfestigkeit und Qualität ankommt, lag eine „originale“ Flex von Flex nah. Die Winkelschleifer der Flex Elektrowerkzeuge GmbH gehören wohl immer noch zu den qualitativ hochwertigsten Geräten am Markt. Außerdem gab es dort vor einigen Jahren einmal eine sehr nette Telefonberatung für mich als privaten Endkunden. Und sowas mag ich.

Was in der Porsche Oldtimer-Werkstatt noch fehlt…

  • Eine Hebebühne – die kann ich aus Platzgründen eh noch nicht unterbringen
  • ein Werkstattkompressor: Das ist irgendwie Luxus für eine Privatgarage aber manchmal ja auch praktisch. Ich scheitere im Moment daran, einen guten Kompromiss zwischen Qualität und Preis zu finden. „Kauf einen aus dem Baumarkt“ und schmeiss ihn nach drei Jahren weg, meinte Ulf (hallo nach Bochum!). Aber das ist nicht meine Einstellung zu nachhaltigem Leben und Schrauben. Ein guter Kompressor mit dem man auch mal Kleinigkeiten grundieren oder lackieren kann, kostet aber immer mehr als 1000,– EUR. Für „zwei mal im Jahr anwerfen“ zu viel.
  • ein Anhänger fürs Auto. Das ist zwar kein Werkzeug, gehört aber irgendwie dazu. Ab dem zweiten Oldtimer macht man sich irgendwann Gedanken über sowas

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

2 Comments

  • Sehr nette Seite, lustig geschrieben und mit Freude zu lesen. Kann eigentlich fast alles betätigen. Man braucht keinen Ur – Porsche aber es bereichert das Leben des ( Mannes ) ungemein. Freue mich schon jetzt auf wieder schneefreie Alpenpässe im Ersthand 2,2 S Coupe in silber mit Sportrecaros im Erstauslieferungszustand mit erstem Lebenteil in der Toscana. Hoffe auf weitere Pflege der Seite.

    Luftgekühlte Grüsse

    M. J. Eckart

    • Moin Herr Eckart,
      vielen Dank für den netten Kommentar und ich beneide Sie um das 2.2 S Coupé – ganz besonders natürlich um die Sportrecaros (hach) und den Erstauslieferungszustand (Traum) an dem ich in den nächsten Jahren noch hart arbeiten muss. Viele schneefreie Alpenpässe und eine unfallfreie Saison wünscht
      A. Fulland

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