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Porsche Briefmarken – Im Test: Die neue Porsche 911 Softwindow-Targa Briefmarke (Teil 1)

Written by hansbahnhof

Audiokassetten. Faxgeräte. 3,5 Zoll Disketten. Die Technologien meiner Kindheits- und Jugendjahre sind verschwunden oder stehen auf der Liste aussterbender Arten ganz weit oben.

Höchste Zeit, ein Kommunikationsmedium wiederzubeleben, das im privaten Umfeld nahezu verschwunden ist: Den Brief. Die Deutsche Post hat nämlich nach über 50 Jahren Porsche 911 eine Briefmarke mit der deutschen Sportwagen-Ikone herausgebracht.

Doch was taugt der 70 Cent-Kleber für die analogeste aller Kommunikationsformen? Teil der Maschine hat die Targa-Marke getestet.

Briefmarken kaufen. Eine neue alte Herausforderung

Da mir die Hauptpost zu weit weg ist, probiere ich es bei einer Filiale, die in der Nähe ist. Telefonisch natürlich. Schlangestehen ist nicht mein Ding.

Ich wähle die ergooglete Nummer. Das Telefon klingelt, klingelt und … klingelt. Nach 14 mal klingeln gebe ich vorzeitig auf. Also google ich „Sonderbriefmarken kaufen“ und komme über eine strategisch schlau geschaltete Google-Werbung auf  https://www.postofficeshop.de. Aha.

Jetzt nur noch auf „Neuheiten“ klicken und dort gibt es …. UHU Sekundenkleber, einen Stabilo Point 88-Stift in grün und andere Nicht-Briefmarken. Kein Hinweis auf die heute erschienene Porsche-Briefmarke. Warum sollte man sowas auch unter „Neuheiten“ führen?

Also nutze ich die Suche: Ein mutig eingetipptes „porsche“ in der Volltextsuche liefert wahrhaftig ein Ergebnis.

Da isse! Die Porsche-Briefmarke mit dem Softwindow-Targa zum Frankieren von Briefen für 0,70 EUR!

Da isse! Die Porsche-Briefmarke mit dem Softwindow-Targa zum Frankieren von Briefen für 0,70 EUR!

Die Serie „Klassische deutsche Automobile“ mit dem Porsche 911 und dem Kollegen Ford Capri wird mit für 7.00 EUR zum Schnapperpreis im Zehnerblock angeboten. Endlich.

Ich bestelle zehn Zehnerblöcke. Schon wegen der immensen Wertsteigerung, die ein Postwertzeichen mit einem Porsche Oldtimer zwangsläufig haben muss.

Die Bestellung ist dann ganz einfach. Jedenfalls bis ich merke, dass postofficeshop.de eine Seite für Businesskunden ist. Ich sinniere kurz und entscheide dann, dass ich dann eben geschäftlich bestelle.

Jetzt nur noch bezahlen und …. ups. Zahlen geht nicht online. Das läuft auf postofficeshop.de per Rechnung. Hallo Post? 2016!? Dafür fallen keine Lieferkosten an. Immerhin. Apropos Liefern. Die Post nimmt sich für den Versand mal eben fünf Tage. Das entschleunigt und ist ein erster Vorgeschmack auf den Versand meines ersten Porschebriefmarkenbriefes!

Bestellbestätigung per E-Mail. So soll das sein. Mit fünf Tagen Lieferdauer und Zahlung auf Rechnung (!) muss man aber leben können.

Bestellbestätigung per E-Mail für die Porsche-Briefmarken und ein Markenset mit Ergänzungswerten. So soll das sein. Mit fünf Tagen Lieferdauer und Zahlung auf Rechnung (!) muss man aber leben können.

Lieferung

Ich warte. Meine Bestellung vom 2.1. soll am 7.1. da sein. Ausreichend Zeit um 6 Gramm Papier auszuliefern. Und wirklich: Pünktlich am 7.1. liegen die Marken im Briefkasten. Eine Rechnung liegt bei.

Die Porsche-Briefmarke: Motiv und Optik

Nicht das klassische Porsche 911 Coupé, nein, ein Softwindow-Targa ist der erste Elfer, der es auf eine deutsche Briefmarke geschafft hat. Ausgerechnet.

Ich weiß, dass es viele Fans der frühen Weichscheiben-Sicherheitscabrioalets aus Zuffenhausen gibt. Ich zähle mich nicht dazu. Der Grund ist rein ästethischer Natur. Der Softwindow-Targa war eine Behelfslösung, die in den ersten Jahren aufgrund der flexiblen Heckscheibe auch so aussah. Erst das Ersetzen der weichen Heckscheibe durch die Glas-Panorama-Scheibe gab dem Offen-Elfer ab Modelljahr 1969 (Autos, die ab dem zweiten Halbjahr 1968 gebaut wurden) eine Form, die auch ästethisch vertretbar war. Das ist natürlich meine subjektive Meinung.

Porsche 912 Softwindow-Targa von vorn. Sieht fast aus, wie ein "ganz normaler Porsche".

Der Porsche von der Briefmarke. Hier in rot und als vierzylindriger 912: Softwindow-Targa von vorn. Sieht fast aus, wie ein „ganz normaler Porsche“.

Porsche 912 Softwindow-Targa von hinten. Sieht fast so aus, als würde was fehlen.

Porsche 912 Softwindow-Targa von hinten. Sieht fast so aus, als würde was fehlen.

Wie auch immer: Das Nummerschild des Briefmarken-Targas trägt die Jahreszahl „1967“. Absolute Experten werden mit der Lupe anhand der Form der Türgriffe feststellen, dass es sich bei dem abgebildeten Elfer um ein nach den Werksferien 1967 gebautes „Modelljahr 1968“ handelt.

Nicht-Experten werden sich zu Recht fragen, wozu dieses Wissen gut ist.

Der Softwindow-Targa ist auf der Briefmarke in der seltenen Porschefarbe agablau (Farbcode 6608) zu sehen. Eventuell handelt es sich auch um die Sonderfarbe blaumetallic (Farbcode 52300). So genau ist das auf dem Druck nicht festzustellen. Wer sich übrigens dafür interessiert, in welchen Farben Porsche 911 Oldtimer in den Sechziger und Siebziger Jahren erhältlich waren, sei an dieser Stelle auf die hervorragende Farbdatenbank der Kollegen von „Elferhelfer“ verwiesen: http://www.elferhelfer.com/farbdatenbank.html.

Funktion

Eine Briefmarke muss funktionieren und sollte nicht in einer Sammlung vergammeln. Zeit für einen Funktionstest.

Das Aufkleben der 70 Cent Marke erfolgt (Überraschung!) ganz klassisch durch Lecken! Ich war der festen Überzeugung, dass Leckmarken gar nicht mehr produziert werden. Die Gummierung schmeckt anders, als zu Prä-Internet-Zeiten. Weniger süßlich, weniger klebrig.. Ich hoffe dabei inständig, dass die Post 2016 auf biologisch unbedenkliche Klebstoffe setzt. Ich lecke sonst eher selten an Sachen. Das Aufkleben der Marke ist dann ganz einfach. Der Porsche pappt bombenfest. Zeit für den Geschwindigkeitstest.

Dazu schreibe ich einen Brief an Christoph, der mir kürzlich einen Brief geschrieben hat. Sehr retro. Man ist das ja gar nicht mehr gewöhnt. Der Brief geht in den Briefkasten, den die Frau erst für mich googlen muss. Ich muss dazu raus in die richtige Welt. Bei 0 Grad und leichtem Nieselregen. Zumindest bekommt man frische Luft, wenn man Briefe schreibt. Ob der Brief mit der Porschemarke schneller ist, als mit normalen Marken, erfahrt Ihr in der kommenden Woche.

Hier geht es zu Teil 2 inklusive Testvideo der Porsche Briefmarke!

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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