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Porsche Restauration in Ungarn – Erfahrungen (Interview)

Written by hansbahnhof

Kann man wirklich Geld sparen, wenn man den Porsche Oldtimer in Ungarn restaurieren lässt? Oder kann man das Geld gleich zum Fenster rauswerfen? Ein Interview aus der TDM Porschewerkstatt.

Wenn man „Ungarn“ hört, denkt man in Deutschland zunächst mal an rahmengenähte Schuhe, Paprikachips, Lieselotte Pulver und Politik mit dem spröden Charme der deutschen Dreißiger.

Oldtimerfans denken seit einigen Jahren auch an das Thema „Oldtimer-Restaurierung“, denn Österreichs sympathische Nachbarnation soll tradierte Handwerkskunst und günstige Preise bieten, wenn es um unsere betagten vierrädrigen Lieblinge geht.

„Restauration“ oder „Restaurierung“?? Wie heiß es eigentlich im Deutschen? Der Duden entscheidet sich ganz klar für den Ausdruck „Restaurierung“. Eine „Restauration“ ist eine Gaststätte oder eine geschichtliche Epoche!*

Auf der Techno Classica 2017 habe ich mehr zufällig mit zwei Ungarn-Fans zusammengesessen. Christian (Porsche 356 Karmann Coupé) und Frank (Porsche 911 Coupé SWB) erzählten mir damals, dass sie kürzlich ihre Autos in die Hand einer ungarischen Werkstatt gegeben haben.

Die Autos der beiden hätten unterschiedlicher nicht sein können. Christians seltenes Karmann Coupé ist eigentlich ein Porsche 356 Cabrio auf das man 1961 bei Karmann  ein Hardtop geschweißt hat. Der Wagen, der seinerzeit nach Uruguay ausgeliefert wurde, befand sich in einem guten fahrbahren Zustand ohne große Korrosionsprobleme.

Porsche 356 Karmann Coupé in schicker Zweifarblackierung. Christian ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis seiner Ungarn-Restaurierung

Franks golfblaues 1966er SWB-Porsche dagegen befand sich im Zustand 5 mit zahlreichen Durchrostungen.

Franks 1966er Porsche 911 Coupé – hier nicht auf dem Weg nach Ungarn, sondern im Fundzustand bei Abholung vom Verkäufer

Während Christian sich für eine eher kleine ungarische Werkstatt mit Familienanschluss entschied, schickte Frank sein Coupé für eineinhalb Jahre zu einem der größeren ungarischen Oldtimer-Restaurierungsbetriebe.

Und wie ist das ausgegangen? Über ihre Erfahrungen berichten die beiden im Video-Interview direkt aus der TDM Porschewerkstatt. Die Themen:

  • Wie man die richtige Restaurierungswerkstatt in Ungarn findet und welche man meiden sollte
  • Kostenvoranschläge durch die ungarische Werkstatt
  • Projektmanagement bei der Arbeit mit dem ungarischen Restaurator
  • Preise, Preiskalkulationen und Stundensätze bei der Oldtimer-Restaurierung in Ungarn
  • Sprachprobleme und warum es gar keine gab
  • Mehrkosten bei der Porsche-Restaurierung
  • Teilekauf und wer sich bei einer Ungarn-Restaurierung drum kümmert
  • Versicherungsthematiken und worauf man bei der Restaurierung achten sollte
  • Das Ergebnis: Top-Restaurierung oder Horrorszenario? Wie man Letzteres am besten vermeidet.

Das Interview ist mehr als 40 Minuten lang. Ich hatte aber das Gefühl, dass die angesprochenen Themen für diejenigen unter Euch, die über eine Ungarn-Restaurierung nachdenken, spannend sind und habe es daher kaum gekürzt.
Viel Spaß beim Video und ich freue mich, wenn Ihr in den Kommentaren von Euren Erfahrungen mit Porsche-Restaurierungen in Ungarn, Polen oder sonstwo berichtet.

 

Links

  • Christian hat sein Porsche 356 Karmann Coupé hier restaurieren lassen: www.oldtimer-meisterautorestauration.eu
    Wer Fragen zu Christians Erfahrungen mit der Restaurierung in Ungarn hat oder sich seinen Karmann einmal anschauen möchte, kann ihn unter folgender E-Mail erreichen: Schuetrumpf(at)web.de
  • Franks Restaurierungsbetrieb in Ungarn findet Ihr unter diesem Link: www.vehicle-experts.com/de

Ihr habt Interview-Themen?

Ich werde in den kommenden Monaten weitere Interviews zu Porsche 911 Oldtimer-Themen aus der TDM Porschewerkstatt bringen. Ihr habt ein Thema? Oder ein echt spannendes Auto der Baujahre 1964 bis 1973? Schreibt mir ein E-Mail unter hansbahnhof@teil-der-maschine.de. Vielleicht passt es ja!

Danke

An Frank und Christian für ihre Zeit und an Christian Förster für seine selbstlose Kameraarbeit.
Bei der Frau bedanke ich mich für das original ungarische Gulasch, das Ferdi aber fies fand – wegen der Gewürze…

*Entschuldigung

Liebe Deutschlehrer, der Blogpost hat den Titel „Porsche Restauration in Ungarn“, weil das die Formulierung ist, die von den meisten Oldtimerfans bei Google gesucht wird. Man nennt das SEO (Search Engine Optimisation oder Suchmaschinenoptimierung) und Leute wie ich opfern sogar ihre Muttersprache für erste Plätze bei Google. Entschuldigt das bitte ausnahmsweise. 😉

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

5 Comments

  • Hallo Ansgar,
    lieben Dank für das tolle Interview zum Thema „Auto in Ungarn“. Wir beide hatten in der Vergangenheit schon einmal Kontakt bzgl. meines 912. Du hast mir damals Kenk nahe Leverkusen empfohlen. Aktuell suche ich einen guten Karosserie-, bzw. Lackierbetrieb für den 12er.
    Wie sind denn deine aktuellen Erfahrungen mit dem Targa, bzw. kannst und würdest du den Betrieb empfehlen? Ungarn sollte es dann doch vielleicht nicht sein. Viele Grüße Franz
    PS: vielleicht sehen wir uns ja Donnerstag in Essen, würde mich freuen.

  • Schöne Geschichte, ich habe meinen Porsche damals vor Ort in Deutschland (ca. 15 Minuten von mir entfernt) komplett auf das Blech herunter strahlen lassen und in mehreren Gewerken wieder komplett mit größtenteils der Originalsubstanz aufgebaut oder, je nach Gewerk, aufbauen lassen. Die Blecharbeiten machte damals ein absoluter Blechkünstler aus dem Rhein Sieg Kreis, natürlich für ca. damals (vor ca. 8 Jahren) schon 30% höhere Nettostundenlöhne als jetzt in Ungarn. Aber das muß jeder selber wissen, sonst kann ich mich den Vorrednern in den Kommentaren nur anschließen. Übrigens kleiner Tipp zu dem 356iger, sehr schönes Auto, die Dichtung zum Kofferraum ist ja ganz gut im Video zusehen, sie besteht ja aus einem langen Stück, welches entsprechend flach aufgebracht werden muß, weil sonst die Haube zu den Kotflügeln absteht. Auf dem Video sieht es so aus, (ich kann mich täuschen) als ist die Dichtung unten am Fuß geteilt worden, also dort schließen beide Enden aneinander an. Meiner Kenntnis nach und auch viel diskutiert in manchen Foren und in der Fachliteratur, speziell in der USA (z. B. 356 Registry) etc. sollte die Dichtung rechts (in Fahrichtung) oben unterteilt sein. Ist eine Kleinigkeit, und vielleicht eine typisch deutsche pingelige Anmerkung von mir, aber vielleicht nimmt Christian mit seinem Porsche einmal an einem Concours teil oder will den Wagen wieder verkaufen, manchen Leuten fällt so etwas dann auf und dieses zu beheben ist ja eine Kleinigkeit („Klugscheißer Modus wieder aus“ :-)). Viel Spaß mit den Porsches und vielleicht sieht man sich einmal auf einem Event.

    • Hallo Bernd, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Auch bei mir sind es (weniger) als 15 Minuten bis zur Werkstatt für die Karosserie- und Motorarbeiten und ich erlebe das immer wieder als sehr beruhigend. Ich gebe den Tipp mit der Dichtung mal an Christian weiter!

  • Hallo Miteinander, Hallo Ansgar, wollte gerne mit EUCH meinen ersten Sieg bei einem Concours d’Elegance teilen. Ich habe am 09. Juni 2018 an den Classic Days im PZ-Recklinghausen teilge-nommen. Dort wurde ein Concours d’Elegance in Zusammenarbeit mit der DEKRA ausgerichtet.
    Und tatsächlich habe ich es geschafft (mit meinem in Ungarn restaurierten 356), in der Kategorie „schönster restaurierter Zustand“ zu gewinnen.
    Ja, es geht doch, einen Wagen in Ungarn restaurieren zu lassen und auch mit diesem einen Concours d’Elegance zu gewinnen.
    Was mir in diesem Moment noch am Herzen liegt ist folgendes; ja, es ist schön, seinen Wagen vor der Haustür restaurieren zulassen. Aber Ihr solltet Euch alle gut überlegen, wo Ihr Euren Wagen hingebt. Egal wie nah oder fern dieser Betrieb ist, es sollte auf jeden Fall ein Restaurationsbetrieb sein und nicht eine (normale) Werkstatt, die meint, das können wir auch. Leider gibt es doch die einen oder anderen Betriebe, die dann auf einmal feststellen, dass sie nicht mehr mit dem angenommen Projekt klar kommen. Und dann ist es umso schwieriger, einen Restaurationsbetrieb zu finden, der das angefangene Projekt zu Ende bringen kann und will.

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