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Porschekauf in USA – 1965 Porsche 911 – Teil 19: Hürden bis zum TÜV (3)

Written by hansbahnhof

Mr. Werkstatt ist zurück aus dem Urlaub, die Papiere vom TÜV sind da. Ich kann den 1965er Porsche 911 anmelden, aber es gibt noch ein zwei kleine Probleme …

Mr. Werkstatt ist zurück aus dem Urlaub, die Papiere vom TÜV sind da. Ich kann den 1965er Porsche 911 anmelden, aber es gibt noch ein zwei kleine Probleme …

Alles verbogen – negativer Sturz

Die Räder haben laut Messprotokoll einen erheblichen negativen Sturz und die Reifen schleifen an den Dämpfern. Das kommt, wenn man mal zu heftig durch Schlaglöcher fährt, erklärt Mr. Werkstatt. Ok. Ich hole zweite Meinungen ein und wechsle die Werkstatt.

Werkstatt 2 erkennt scharfen Blickes, dass die Reifen schleifen und das damit zu tun hat, dass die Porsche Werksfreigaben nicht eingehalten werden, wenn die originalen Radnaben in Kombination mit 195er Reifen verwendet werden. Den Hinweis auf eine gewisse Seite mit Reifenfreigaben im Internet und den Hinweis auf Distanzscheiben etc. hatte ich auch Mr. Werkstatt schon zukommen lassen, den das aber weniger interessierte. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich von vornherein die originalen schmalbrüstigen 165er Pneus aufziehen lassen.

Auf Anraten von Werkstatt 2  kommen jetzt Radnaben vom 1968er Porsche vorn zum Einsatz. Und 7mm Distanzscheiben hinten. Läuft doch. Nach erneuter Messung stimmt auch der Sturz – nicht ganz – aber es sind deutlich weniger als die vorher von Mr. Werkstatt gemessenen Werte. Ich kann damit leben.

„Fertig“, sollte man jetzt denken, aber dann kam noch die Sache mit den Löchern…

Loch Nr. 1

Mr. Werkstatt musste noch einen Warnblinkschalter „unter dem Armaturenbrett anbringen“, um den TÜV zu besänftigen. Das klang ok.

Provisorischer Warnblinkschalter im Porsche 911 von 1965. Auf das zusätzliche Loch hätte gut und gern verzichten können.

Provisorischer Warnblinkschalter im Porsche 911 von 1965. Auf das zusätzliche Loch hätte gut und gern verzichten können.

Jedenfalls so lange, bis ich das Loch sah, das er dafür unterhalb des Armaturenbrettes in das fast 50 Jahre alte Auto bohren musste. Warum tut man sowas? Oder um meine Gedanken beim Anblick des schicken Schalters noch einmal deutlicher zu formulieren: „WARUM TUT MAN SOWAS????????????????“ Und noch dazu an einer Stelle, wo man den Schalter nach drei Wochen mit dem Knie abreißt.  „Muss man beim Ein- und Aussteigen etwas aufpassen…“, meinte Mr. Werkstatt. Aha. „Ich wollte kein Loch in das Holz im Armaturenbrett bohren“, meinte Mr. Werkstatt. DANKE!.

Loch Nr. 2

Loch Nr. 2 taucht wie durch ein Wunder im Anschluss an die Arbeiten von Mr. Werkstatt in der bis dato makellosen Sitzfläche des Fahrersitzes auf. Ich tippe auf „Schraubenzieher im Blaumann“ und beginne meine Lust an Werkstätten zu verlieren.

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Loch Nr. 3

Die Sonne scheint! Die Vorderreifen laufen frei auf neuen 68er Radnaben. Der Wagen ist nach Wochen endlich zu Hause. Jetzt nur noch kleine Restarbeiten erledigen. Das vordere Nummernschild muss noch montiert werden. Werkstatt 2 hatte eine vordere Kennzeichenhalterung besorgt – die gibt es sogar bei Porsche und sie passt auf die abgerundete Stoßstange der frühen 911er. Werkstatt 2 hatte sie aber aus optischen Gründen nicht angebracht: „Sieht nicht aus, steht viel zu weit vor, ich habe Dir das Nummernschild wieder in den Wagen gelegt.“ Das ist ok – dann kann ich selbst entscheiden ob ich weitere Löcher für das häßliche Ding machen möchte oder nicht.

Ich bocke den Wagen vorn auf. Ganz vorsichtig natürlich. Ich weiß, was man bei frühen Porsche 911 alles kaputtmachen kann, wenn man den Wagenheber unvorsichtig ansetzt. Außerdem kann man dann kann man bequemer und genauer arbeiten. Ich robbe unter den Vorderwagen und wundere mich über die gute Beleuchung. Durch die offene Kofferraumhaube und ein Loch in der Tankauflage scheint die Sommersonne in mein blasses Gesicht. Achdumeinegüte. Nach ein bißchen Herumprockeln gibt es hier Handlungsbedarf. Wie akut weiß ich noch nicht, dafür muss ich noch mal einen echten Experten konsultieren.

Nicht schön und eine echte Porsche 911 Urelfer-Schwäche: Tankauflage durchgerostet (Porsche 911, 1965)

Nicht schön und eine echte Porsche 911 Urelfer-Schwäche: Tankauflage durchgerostet (Porsche 911, 1965)

Löcher Nr. 4 bis Nr. 7

Jetzt ist mir auch die häßliche Nummernschildbefestigung egal. Ich bohre vorsichtig vier (kleine) Löcher in die bis dahin originale Frontschürze und montiere die Halterung. Sieht ein bißchen aus, wie ein Hirschfänger. Egal – kann man später kürzen und kleben möchte ich das Nummernschild jetzt auch nicht.

Provisorische Nummernschildhalterung. Muss auch noch mal durch eine ersetzt werden, die am 1965er Porsche weniger aufträgt. Egal - Hauptsache Nummernschild hält.

Provisorische Nummernschildhalterung. Muss auch noch mal durch eine ersetzt werden, die am 1965er Porsche weniger aufträgt. Egal – Hauptsache Nummernschild hält.

Restklimaanlage

Die weitere Inspektion bringt einen recht respektablen Unterboden zu Tage. Und eine ganze Menge Geröhr und Gewürm, das von der Klimaanlage stammt, die unsere amerikanischen Freunde klimabedingt ja IMMER nachgerüstet haben. Da gibt es noch einiges zu demontieren. Dabei entstehen neue Löcher. Aber die sind wenigstens vintage. Aber nicht jetzt. Denn jetzt geht es los! Meine erste Fahrt mit dem Porsche 911 Coupé von 1965!

 

Zwischendurch mal Herzlichen Dank

an Herrn Eckert von Sportwagen Eckert fürs telefonische Stirnrunzeln zum Thema Federbeine und Traggelenke an frühen Porsche 911 SWB Modellen sowie kostenlose Beratung am Telefon. Ich weiß es sehr zu schätzen, wenn mir nicht sofort was verkauft wird und man erst mitdenkt… – http://www.sportwagen-eckert.de

Danke auch an die übrigen Experten – insbesondere die schnellen Reaktionen bei Elferteam.de und die fachlich profunde Einschätzung der Sache durch Florian und Marc. Ich bin Euch schon wieder was schuldig!

Last but not least herzlichen Dank an Andreas für die Vermittlung von Werkstatt Nr. 2 und an Werkstatt Nr. 2, die ja bereits hier mitliest. Grüße ins Rheinland!

 

 

 

 

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

15 Comments

  • Hallo,
    wie hast Du den Tankboden durch den TÜV bekommen?
    Ich habe auch gerade einen in Arbeit. Stelle Dich auf einiges ein..
    Gruß,
    Christoph

    • Die Frage hat mir Werkstatt 2 gerade auch gestellt. Eine Frage an Mr. Werkstatt von Werkstatt 1. Aber der war eher Experte für neue Löcher als für alte. Experten…

  • Sei froh, frag nicht zuviel und fahre (o:
    Ich würde den Tankboden allerdings nicht auf die allzu lange Bank schieben. Am Boden hängt im vorderen Bereich auch die Aufhängung. Deiner sieht leider nicht besonders vertrauenerweckend aus, kann aber auf Fotos auch täuschen. Good luck, trotzdem ein schönes Auto..
    Gruß,
    Christoph

    • Hallo Christoph, Danke für den Tipp. Werkstatt 2 guckt sich das gerade an. Wir werden vor unserer nächsten 3000 km Tour nicht mehr viel dran machen können und schauen gerade, ob das die Substanz hergibt. Danach ist im Winter die gesamte Tankauflage dran. Natürlich mit Celette und (hoffentlich) einem Profi am Schweißgerät. Hast Du Deine allein reingemacht?

  • Hallo,
    nein, habe ich nicht. Ohne Richbank ergibt das nur mit viel Glück ein brauchbares Ergebnis. Die vorbereitenden Arbeiten und der Zusammenbau wurden allerdings von mir ausgeführt. Ich habe vor 20 Jahren Karosseriebauer gelernt.
    Der Ersatz des Tankbodens ist mit etwas Aufwand verbunden, wenn es vernünftig gemacht wird. Achse, Tank und Stoßfänger sollten aus- bzw. abgebaut werden. Einiges an Blechperipherie ist dann auch noch zu ersetzen (Querträger, Batterieauflage, ev. Teile der Längsträger etc.). Teilekosten: etwas
    Mein Tip: Mach es einmal vernünftig. Und tröste Dich: Bei sehr vielen Autos sieht der Tankboden nicht gut aus. Kommt oftmals durch überlaufende Batteriesäure die dann im Verborgenen ihr zerstörerisches Werk tut..

    • Au – das ist ja doch nicht so wenig. Tankauflage alleine kostet nach dem was ich gesehen habe 149 EUR wenn man sie billig bekommt. Was haben die Jungs denn da noch alles an Teilen dazugekauft? Grundierung, Farbe, Rostschutz – im Falle des 65ers noch das dranschweißen der Batteriehalterung … – mehr fällt mir spontan nicht ein…

  • 149 Euro? Dann sprechen wir vom Tankboden der Firma Dansk.
    Meine Preisangabe bezieht sich auf OEM Teile. Tankboden, Querträger, Längsträger und Batterieauflage. Ich persönlich würde erst Blechteile aus dem Zubehör nehmen wenn nichts anderes mehr verfügbar ist. Muss man aber nicht machen ;o)

    • Dansk – gehe ich auch von aus. Ich wusste nicht, dass es Tankauflage etc. mittlerweile wieder original von Porsche gibt. Und ich hatte auch mal läuten gehört, dass man sich dort ebenfalls durchaus bei Dritten bedient und die Sachen dann per Porsche-Tüte badge-ingeneered… – aber das ist echt nicht mein Spezialgebiet und Porsche hat ja massenweise Maschinen und Pressen aufgekauft in den letzten beiden Jahren.. Danke für den Tipp. Ich werde dann mal im Winter OEM gegen Wikinger vergleichen…

  • Hallo freut mich, dass ich helfen konnte. Das mit der Tankauflage ist mehr als ärgerlich. Ich kann gutmitfühlen, denn es war der Start einer Komplettrestauration bei mir. Bei mir hat die Tankauflage von Porschteile Boege sehr gut gepasst. Musste allerdings auch die Schlosswand austauschen und die Übergänge an den Ecken zum Batteriekasten.
    Schaue erstmal in den Hohlraum mit einem Endoskop.?
    Gruß aus dem Urlaub

    • Hey Andreas, Euch erstmal einen schönen Urlaub und bis bald … – und noch mal Danke für den Tipp mit Pulheim…

    • Hi Bob! Thank you for your comment and for taking care of the car for so long (Jerry told me..) – Regards from Germany!

  • Hallo,
    bin gerade auf den alten Bericht zum Thema Zustand Tankauflage aufmerksam geworden. Sind die Arbeiten an dem 65er hierzu bereits durchgeführt worden? Mich hat an meinem 1967 912 (auch 4 Zyliner machen bei dieser Karosserieform Spaß) das gleiche Schiksal ereilt.Wäre für einen Tipp, wer die Arbeiten mit welchen Blechen zu welchem Preis ausführen kann sehr dankbar.
    Vielen Dank!
    FK

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