Werkstatt

Projekt #Porschewerkstatt (1) – Ein Traum wird Wirklichkeit

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Written by hansbahnhof

Es gibt Männerträume, die sich nie erfüllen. Ein Date mit der jungen Lauren Bacall, ein Grundstück an der Cote oder dass die dummen Menschen sich nur noch untereinander die Birne einhauen. Auf meiner persönlichen Liste steht außerdem noch etwas ganz Unbescheidenes: Die eigene Porsche-Werkstatt.

Die Porsche-Werkstatt in meinem Traum ist ausgestattet, wie in den Sechzigern. Drehstrom, Säulenbohrmaschine, F-Modell-kompatible Hebebühne, schwarze Bakelit-Aufputzschalter, massive Werkbank, große Industriefenster. An den Wänden Porsche-Rennplakate aus den Sechzigern und Siebzigern. Vor der Tür eine Bank zum Ausruhen. Ihr habt das Bild im Kopf und Spaß dran? Ihr solltet weiterlesen.

Werkstatt-Traum wird Werkstatt-Wirklichkeit

Hätte mir vor zwölf Monaten jemand gesagt, dass sich dieser Traum für mich verwirklichen würde, hätte ich ihm einen ordentlichen Vogel gezeigt. Zu der Zeit haben wir nämlich nach einem bezahlbaren Haus gesucht. Jetzt haben wir nach vier Jahren nervenspaltender Suche eines gefunden. Es ist bescheiden (jetzt echt!) und besitzt einen völlig verwilderten Garten, damit die Frau sich nicht langweilt. Mission erfüllt.

Gleichzeitig ist mir über den Weg gelaufen, was alle Oldtimer-Bastler im Ruhrpott suchen, aber keiner findet. Ein Schrauberhöhle in Midiausführung. Ein Magnus-Walker Industrieloft für Arme. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich nenne sie: „Die TDM Porschewerkstatt“. Wie romantisch.

Lichtsuation (aktueller Stand) in der TDM Porschewerkstatt. Einfachverglasung mit Noppen und Lüftungöffnung aus aparten Holzeinlagen. Eine Art Werkstattfund eben.

Lichtsituation (Stand August 2016) in der TDM Porschewerkstatt. Einfachverglasung mit Noppen und Lüftungöffnung nebst aparten Holzsprossen im Post-Industrial Vintage Shabby Chic. Eine Art Werkstattfund.

Die TDM Porschewerkstatt

Die Werkstatt hat die folgenden Eckdaten, damit man es sich besser vorstellen kann.

  • Gebäudeart: Ehemalige Einmann-Lackierei
  • Baujahr: ca. 1960? oder ca. 1930? weiß keiner so genau, wen kümmert´s.
  • Bauweise: Ziegelmauerwerk mit Betonakzenten, teils auch andere Steinarten – was beim Bau halt so da war. Wir hatten ja nix damals.
  • Grundfläche ca. 50 qm
  • Lagerfläche: Spitzboden mit ca. 50 qm (aber natürlich mit Schrägen)
  • Minuspunkte:
    • bröckeliges Mauerwerk
    • bröckeliger Betonfußboden
    • ungeheizt, ungedämmt und etwas feucht
    • kein Strom, aber eine 400 Volt Drehstromdose, deren Kabel im Nirgendwo endet
    • kein Wasser
    • renovierungsbedürftig (muss ich das jetzt noch erwähnen?)
    • einfach verglaste Holzfenster im Zustand 6, Fensterstürze aus doppelten Stahlträgern leicht verbogen
  • Pluspunkte:
    • Große Industriefenster, Höhe ca. 1.70 m, teilweise sogar mit Scheiben drin!
    • funktionierende Regenrinnen (man muss sich an den Kleinigkeiten hochhalten)
  • Gesamtzustandsnote 4-, wenn man in Schulnoten rechnet und vorher zwei Bier hatte.
  • Eigentümer: Jetzt ich und die Frau (ich kann es immer noch nicht glauben).

Wer jetzt denkt: „Das klingt nach Arbeit“, hat Recht. Wer denkt „Finde ich nicht beeindruckend“, darf sich mal im eng besiedelten Ruhrgebiet nach etwas Vergleichbarem umgucken. Viel Spaß bei der Suche. Wir sprechen uns in fünf Jahren wieder.

Lasst Blumen sprechen. Gut in Schuss ist die Botanik rund um die Werkstatt. Leider muss alles raus zum Wändetrockenlegen. Irgendwann.

Lasst Blumen sprechen. Gut in Schuss ist die Botanik rund um die Porschewerkstatt. Leider muss alles raus zum Wändetrockenlegen. Irgendwann.

In Teil 2 erzähle ich Euch mehr von meinen Plänen und ich zeige Euch meine kurze Liste von bereits vorhandenen Einrichtungsgegenständen. Eine lange Ausrüstungs-Wunschliste gibt es natürlich auch. Dazu mehr in der nächsten Folge von Projekt #Porschewerkstatt. Nur bei TDM. Wer wäre sonst so verstrahlt?

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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