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Tesla Model 3 – Da isser

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Written by hansbahnhof

1.4.2016, 4:45: Der Wecker klingelt. Die Frau dreht sich gähnend um. „Du bis bekloppt“, murmelt sie im Halbschlaf. Und sie hat Recht. Denn ich stehe jetzt auf, um mir die Premiere eines Autos anzugucken, das von einem Typen gebaut wird, der auch Raketen baut und überschallschnelle U-Bahnen. Elon Musk.

5:35 Uhr: „Run like the wind“ klingt es aus dem Lautsprecher des Laptops. Die Live Übertragung hat gerade begonnen. Jemand schnaubt in ein Mikro. Zu sehen ist eine Halle voller gut gelaunter Typen, die in iPhones schnabbeln. Sie stehen im Halbdunkeln und harren der Dinge.

5:37 Uhr: We are here tonight to talk about TESLA 3, sagt Franz von Holzhausen, Leiter des Tesla Design Teams und damit hat es sich auch schon mit der Vorstellung. Jetzt kommt Elon. „Hey everyone“. „Ihr werdet heute weggeblasen“. Es ginge nicht um Autos. Es ginge hier um die Zukunft der Welt. (Yeah!).

Das Szenario ist vergleichbar mit den berühmten Apple Präsentationen von Steve Jobs. Schwarzer Pulli inklusive. Außer, dass es jetzt erstmal um CO2 Ausstoß geht. Der ist Elon Musk viel wichtiger, als Autos zu verkaufen. Wers glaubt. Aber sind wir mal nicht gemein. Ein wenig nehme ich es ihm ab und die Welt zu retten und dabei Milliardär zu werden / zu bleiben ist ja mal ein schönes Erfolgserlebnis.

5:40 Uhr: Step one was the Roadster. Elon erzählt, dass es halt ein Beginn war. Dann kam ein „richtiges Auto“. Der Tesla S. Der Wagen wäre unter anderem zum „Best Car Ever“ gewählt worden. Nachdem ich 2015 einen gefahren bin, kann ich das nachvollziehen. „Wer hat einen“, fragt Elon das Publikum. „YEAH“, schreit die Hälfte der Leute.

Dann kam der X mit den Falcon Wings hinten. Flügeltüren, die bei vielen X-Modellen nicht so ganz funktionieren. Angeblich hat ja ein deutscher Zulieferer Mist gebaut. Elon Musk grinst selbst bei der Erwähnung der völlig unnötigen, aber stylischen Türen und gibt zu, dass damit nicht alles so gelaufen sei, wie geplant. Ich liebe die Amis und ihre Ehrlichkeit manchmal.

5:44 Uhr: Alle, die einen S oder einen X gekauft haben, haben die Entwicklung des Modell 3 bezahlt. Elon bedankt sich dafür und alle, die schon Tesla fahren im Publikum jubeln ihm zu. Das sind eine Menge.

5:45 Uhr: Ein massenmarkttaugliches Auto soll das Modell 3 werden. Elon ist wirklch ein erstaunlich schlechter Redner. Er erinnert mich mit seinem liebenswerten Gestammel ein wenig an Hugh Grant in Notting Hill.

Aber wen interessiert das. Hier wird Geschichte gemacht. Das Modell 3 wird „Five Stars“ in allen sicherheitsrelevanten Bereichen haben.

Ausserdem 215 Miles per charge als absolutes Minimum. Autopilot. 5 Erwachsene sollen komfortabel reinpassen. Komfortabel! Dafür sind die Vordersitze ein Stück nach vorn gewandert.

Das Modell 3 hat auch einen „Frunk“ (Kofferraum vorn). Wir kennen das vom Porsche 911. Ok – der hat hinten einen Motor. Der Tesla – auch das Modell 3 – hat hinten NOCH einen Kofferraum. Apropos Raum: Ein Surfbrett passt INNEN rein. Schmeisst  Eure VW T1 weg. Das Modell 3 von Tesla kommt.

Alle Tesla 3 können am Supercharger geladen werden können. Das sorgt für Freiheit durch Reichweite.

Die Anzahl von Superchargern auf der Welt wird Ende nächsten Jahres verdoppelt.

215 Servicestationen kümmern sich um Teslas weltweit. Kein Vergleich mit anderen Marken. Aber Ende nächsten Jahres sollen es schon 441 sein und Tesla Kunden berichten von erstaunlicher Wartungsfreiheit. Kein Wunder: Kein Getriebe, keine Kolben, keine Ventile. Was soll da kaputt gehen, so lange die Software-Updates laufen.

5:51 Uhr: 500.000 Autos im Jahr will Musk 2017 (insgesamt) produzieren (?). Gleichzeitig zuhören und schreiben ist manchmal nicht so einfach.

Jetzt spricht er über die Giga-Factory (Batteriefabrik in den Staaten). Die Giga-Factory wird mehr Lithium-Ionen Batterien produzieren, als ALLE anderen Batteriefabriken der Welt ZUSAMMEN. Wahnsinn.

Der Tesla 3 kommt nächstes Jahr. Elon ist „very confident“ was das angeht. Der Preis: 35.000 USD. Das war bereits im Vorfeld bekannt geworden und Musk hält seine Versprechungen. Meist. Der Wagen sei – auch ohne Zusatzausstattung – ein ganz großartiges Autos, verspricht Elon.

Ob wir ihn sehen wollen? Ja klar!!! Jetzt kommt er. Tadaa!

Spannend. Ja. Schön. Nix, was einen vom Hocker reißt, aber ein ganz schönes Auto mit sehr ungewöhnlicher Front. Kein „Kühlergrill“. Es sieht irgendwie flach aus vorn. Kann man noch was dranmontieren. Eine amerikanische Flagge oder ein Kuhgewei. Die Amis werden es lieben. Ich muss mich dran gewöhnen. Das Publikum flippt „mittel“ aus. Es sind jetzt schon 115.000 Stück verkauft. (!) (Habe ich das richtig gehört oder waren es 15.000? Das wäre immer noch wahnsinnig viel für ein Auto, von dem bis vor 15 Minuten nicht mal Fotos existierten.

So, habe ich jetzt gerade gesehen, wie Automobilgeschichte gemacht wurde? Vielleicht. Ich korrigiere mich: Auf jeden Fall. Denn der Preis des Modell 3 ist wahnsinnig attraktiv. In Deutschland werden wir wohl 35.000 – 40.000 EUR für den kleinen Tesla zahlen müssen. Das ist auf dem Niveau des E-Golf oder sogar billiger, wenn ich nicht irre, für ein vollwertiges Auto in dem fünf Personen komfortabel 300 km elektrisch zurücklegen können.

Die Reichweite wird damit deutlich höher sein, als die der gesamten Konkurrenz und die Powercharger in ganz Euopra hat Musk eh schon strategisch gut verteilt.

BMW, Mercedes und VW werden ganz schön ackern müssen, um da dran zu bleiben. Musk hat gerade Geschichte gemacht. Er hat einen elektrischen Volkswagen gebaut.

Alle Fotos: (c) 2016 aus dem LiveStream von tesla.com

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hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

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