Bekleidung und Accesscoires Verkehr und andere Katastrophen

(Werbung) Kindersitz im Porsche F-Modell – Vorsicht vor dem Prince!

Written by hansbahnhof

Der Porsche Prince ist der einzige Kindersitz, der in die engen Rücksitzmulden des klassischen Porsche 911 der frühen Baujahre passt. Mit dieser Porsche-Mär mache ich mit diesem Post offiziell Schluss und liefere Euch eine sichere und zugelassene Alternative zum Kindersitzschrott aus der Online-Auktion.

Nach unserer (Tor-) Tour zu Porsche Classics at the Castle 2017 (hier geht es zum Post) musste dringend ein Kindersitz für die TDM-Elfer her.

Das Problem: Es gibt – so wird es in der Porsche-Szene kolportiert – nur einen einzigen Kindersitz, der in die hinteren Sitzmulden der klassischen luftgekühlten Elfer passt.

Hier muss der Kindersitz rein. 24 cm misst die Sitzmulde (hier im Porsche 911 von 1965) im hinteren Bereich. Moderne Kindersitze sind erheblich breiter und passen daher nicht!.

Es handelt sich dabei um den „Porsche Prince“,  ein Britax-Römer Kindersitz, den Porsche lange Jahre in unterschiedlichen Ausführungen im Angebot hatte. Der „Prince“ wird regelmäßig gebraucht angeboten. Die Preise für diese Kindersitz-Oldtimer sind saftig und – Überraschung – der Einbau ist im Regelfall nicht mehr zulässig!

Besorgte Porsche-Großeltern und -Eltern sollten an dieser Stelle weiterlesen, denn es gibt eine zugelassene Alternative!

Zwergperte in der #Porschewerkstatt

Damit ich mich mit dem Kindersitz-Thema als Laie nicht blamiere, habe ich einen „Zwergperten“ in die #Porschewerkstatt eingeladen. Sebastian Brunnstein ist Vater (wie praktisch) und  Inhaber des Kindersitzspezialisten „Zwergperten“ in Witten (https://www.zwergperten-shop.de/stores/zwergperten-in-witten-ruhrgebiet). Er hat TDM Rede und Antwort zum Thema „Kindersitz im Porsche 911“ gestanden.

Sebastian Brunnstein von der „Zwergperten“ in Witten (Ruhrgebiet) stand TDM Rede und Antwort zum Thema „Kindersitz im klassischen Porsche 911“

TDM: Hallo Sebastian – bist Du schon mal in einem klassischen Elfer gefahren?

Sebastian: Meine Mutter hat meinem Vater in den Siebzigern ein Porsche 911 G-Modell geschenkt. Ich kann also ganz ehrlich sagen, dass ich Teile meiner Kindheit auf der Rücksitzbank eines Elfers verbracht habe. Damals natürlich ohne Kindersitz und nicht angeschnallt.

TDM: Du hast es also überlebt! Darf ein Kind im klassischen Porsche 911 auch heute noch ohne Kindersitz fahren? Die Autos haben ja hinten häufig nicht mal ordentliche Sicherheitsgurte…

Sebastian: Klare Antwort. Nein. Die Kindersitzpflicht besteht seit 1993 und besagt, dass man Kinder in einem Auto mit einem „geeigneten Rückhaltesystem“ zu tranportieren hat. Das Kind also einfach ungesichert auf den Beifahrersitz oder die Rücksitzbank zu setzen, ist nicht drin. Das gilt natürlich auch für Transportarten, wie das in den Siebzigern beliebte „Kind auf die Heckablage“.
Das geforderte Rückhaltesystem scheitert natürlich bei Oldtimern ganz häufig schon an den Gurten, die erst nachgerüstet werden müssen.

TDM: Und wann darf Ferdi im Elfer ohne Kindersitz mitfahren?

Sebastian: Ohne Kindersitz erst wenn er 12 ist oder größer als 1.50 Meter. Bis dahin muss er einen Kindersitz nutzen.

Weiß, wie man den Porschenachwuchs sicher auf die Rückbank kriegt: Sebastian Brunnstein von den Zwergperten.

TDM: Es gibt gar keine Alternative zum Kindersitz?

Sebastian: Rein theoretisch kann man sogenannte „Sitzerhöhungen“ nutzen. Das ist eine Art Kissen, das den Gurtverlauf optimiert. Die sind zugelassen für Kinder ab 15 kg Gewicht. Empfehlen würde ich das aber nicht. Die Sicherheit ist mit diesen Sitzerhöhungen einfach nicht gegeben.

TDM: Der Kindersitzhersteller Britax Römer hat  bis vor einigen Jahren den speziell auf die Sitzmulden des Elfers zugeschnittenen „Porsche Prince“ produziert. So einen könnte ich doch bei eBay kaufen und einbauen oder?

Sebastian: Ein Kindersitz muss der ECE Norm 44/04 oder der früheren ECE 44/03 entsprechen. Sitze mit der Norm ECE 44/02 oder früher dürfen heute nicht mehr gefahren werden. Du verlierst damit zusätzlich den Versicherungsschutz. Damit dürften die allermeisten Porsche Prince als zugelassene Kindersitze rausfallen.

TDM: Also suche ich eine Prince nach der Norm ECE 44/03. So welche sind noch regelmäßig in Online-Auktionen zu finden …

Sebastian: … und Du erwirbst damit eine Zeitbombe. Ein Auto-Kindersitz ist zu ganz großen Teilen aus Kunststoff und die verwendeten Materialien verspröden mit der Zeit. Nach 10 Jahren musst Du einen solchen Sitz wegwerfen. Egal welche Norm er hat. Das sagen sogar die Hersteller.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko. Gerade bei Second-Hand-Käufen aus dem Internet kann man sich nie sicher sein ob ein Sitz mal einen Unfall hatte. Ein Kindersitz aus einem verunfallten Auto gehört auf den Schrott. Egal, wie unbeschädigt er von außen wirkt.

Später Porsche Prince-Sitz. Hier sogar mit der noch gültigen Norm ECE 44/03 zum stolzen Preis in der Online-Auktion.

TDM: Dann ist der in der Porsche-Szene überall als einzige Lösung diskutierte „Prince“ also komplett raus, wenn mir Leben und Gesundheit meines Kindes wichtig sind.

Sebastian: Das muss man so sehen.

TDM: Gibt es Alternativen zum „Prince“, die die aktuelle Norm erfüllen?

Sebastian: Ich habe Euch eine Alternative mitgebracht, die im alten Elfer passen sollte. In die Rücksitzmulden passt nach meiner Kenntnis des Marktes nur ein einziger Sitz: Der „Max-Way“, der schon lange von Britax Römer produziert wird und der aktuellen Norm ECE 44/04 entspricht.
Der Sitz hat noch zwei weitere Vorteile: Die Befestigung kann sowohl mit einem Zweipunktgurt als auch mit einem Dreipunktgurt erfolgen. Damit passt er hinten im klassischen Porsche, so lange sich dort ein Zwei- oder Dreipunkt-Gurtsystem befindet. Auch vorn auf dem Beifahrersitz lässt sich der Max-Way ordentlich festmachen.

So wie es aussieht, gibt es nur noch einen Kindersitz, der aktuellen Normen entspricht UND in die Rücksitzmulden klasisscher Porsche 911 passt: Britax Römer „Max-Way“.

Wenn man ihn gerade mal nicht für den Porsche braucht, lässt er sich auch noch in modernen Fahrzeugen und vielen Wohnmobilen hinten oder vorn einsetzen. Außerdem ist er ein sogenannter „Reboarder“. Das Kind fährt damit gegen die Fahrtrichtung. Auch das entspricht den neuesten Normen und ist nachgewiesen viel sicherer. Beim Max-Way muss man allerdings auf die praktische Isofix-Befestigung verzichten. Man kann nicht alles haben.

Der Max-Way wird durch eine stabile Teleskopstütze vor dem Kippen gesichert. Zusätzlich zum Zweipunktgurt, der durch die blauen Plastikklemmen läuft, müssen an dieser Stelle noch Gurte in Richtung Vordersitz gezogen werden. Dann wackelt nix mehr.

TDM: Jetzt sind gerade wieder neue Normen für Kindersitze in Arbeit. Bedeutet das, dass es irgendwann gar keine Kindersitze mehr geben wird, die man im klassischen Elfer fahren darf?

Sebastian: Die Einführung der neuen Norm zieht sich wohl noch einige Jahre hin. Geht davon aus, dass Ferdi die  Grundschule hinter sich haben wird, wenn die europaweit verabschiedet ist. Bis dahin habt Ihr einen zugelassenen Sitz.

TDM-Erfahrungen mit dem Max-Way im Porsche 911

Unseren kleinen Porsche-Kindersitztest haben wir leider gemacht, kurz nachdem der 72er Targa zur Restauration gegangen ist. Den Max-Way haben wir daher nur testweise hinten (und vorn) im 65er eingebaut. Da der Elfer-Veteran hinten zurzeit weder Zwei- noch Dreipunktgurte hat, konnten wir den Kinderthron dort aber nicht fachgerecht festgurten.

Wichtigster Punkt: Der Max-Way passt durch seine Konstruktion mit dem Metallbügel vorn exakt in die Porsche Rücksitzmulde. Damit ist die größte Elfer-Kindersitzhürde erfolgreich genommen.

Doch bei aller Begeisterung für den zugelassenen Porsche Prince-Ersatz, gibt es drei Punkte mit denen Ihr beim Max-Way zurechtkommen müsst.

  1. Beinfreiheit vorn: Die Beinfreiheit für den Beifahrer reduziert sich (deutlich) durch den Einbau des Max Way auf dem 911-Rücksitz. Längere Touren lassen sich folglich nur mit eng getakteten Pausen oder kurzbeinigen Beifahrern machen. (Merke: If you wanna be happy for the rest of your life never make a long-legged woman your wife)
  2. Kind in den Sitz setzen: Da es sich beim Max Way um einen sogenannten „Reboarder“ handelt, bei dem das Kind gegen die Fahrrichtung sitzt, erfordert das Einfädeln des quietschenden Beifahrers in den Sitz Geduld und Kraft. Der Weg Richtung Sitz führt beim Porsche 911 leider ausschließlich durch die jeweils gegenüberliegende Fahrzeugtür.
  3. Kopfstütze adé: Wie im Foto gut zu sehen ist, lässt sich der Max Way nur dann hinten installieren, wenn der davor liegende Sitz (Fahrer oder Beifahrersitz) keine Kopfstütze hat oder man diese entfernt. Für alle Porsche Newbies: Die Kopfstützen sind nur gesteckt – sie lassen sich also relativ einfach nach oben aus der Rückenlehne ziehen. Ob das zulässig ist entzieht sich aber meiner Kenntnis…

Passt, wackelt nicht, hat aber auch nur wenig Luft. Britax Römer Max-Way Kindersitz im Porsche 911 von 1965. Hier nicht festgegurtet, weil der 65er keine Gurte hat!

 

Blick auf den Sitz von der Beifahrerseite. Hier sieht man, dass der kleine Passagier nur von der Fahrerseite aus in den Sitz verfrachtet werden kann.

Preis und noch mehr Beratung vom (Zwerg-) Experten

Mehr Infos zum Max-Way Kindersitz für den klassischen Porsche 911 bekommt Ihr unter https://www.zwergperten-shop.de oder direkt bei Sebastian Brunnstein (witten@zwergperten.de) von der Zwergperten in Witten (Ruhrgebiet). Die Wittener Zwergperten findet Ihr unter der oben schon genannten Webadresse https://www.zwergperten-shop.de/stores/zwergperten-in-witten-ruhrgebiet. Ich würde Euch empfehlen, mal mit dem eigenen Elfer hinzufahren, einen Probeeinbau zu machen und erst dann zu entscheiden, ob der Sitz was für Euch (und den Porsche-Nachwuchs) ist. Wenn Ihr erwähnt, dass wegen des TDM-Posts kommt, werdet Ihr NOCH netter behandelt, als eh schon. Über Berichte und Kommentare freue ich mich!

Hinweis: Dieser Post ist als „Werbung“ gekennzeichnet, weil die Zwergpperten uns Ferdis Kindersitz netterweise kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank dafür und die 1a Beratung auch im Namen von Ferdi.

 

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

4 Comments

Leave a Comment