Videos Werkstatt

#Zusammenbautagebuch (1) – Karosseriearbeiten am S – Interview (Video)

Gerd übernimmt die Karosseriearbeiten am TDM Porsche 911 S 2.4 Targa. Was er dabei alles entdeckt hat, hat er mir in seiner Werkstatt erzählt. Ein laaaaanges Interview.

„Wann kommt denn das Zusammenbautagebuch?“ hat jemand auf Facebook gefragt. Jetzt. Es beginnt mit den Karosseriearbeiten.

Die TDM Ölklappe – Wie alles begann

Vor knapp 10 Jahren haben wir den Porsche 911 S 2.4 Targa in Holland gekauft. Als „restauriertes“ Auto mit einigen offensichtlichen Schwächen bei Innenausstattung und Rostbläschen im Bereich des Targabügels, des linken Schlossbleches und der Targa-Scheibe. „Fahren Sie erstmal zwei drei Jahre“, meinte der miteinkaufende Experte damals zum Auto, „und dann kümmern wir uns später um die Roststellen“.

Porsche 911 S 2.4 Targa Ölklappenmodell Baujahr 1972 in der Farbe hellelfenbein im Jahr 2008

Der TDM Porsche 911 S Targa (Ölklappenmodell) kurz nach dem Kauf bei seiner ersten Fahrt im Jahr 2008.

Wie es immer so ist, haben wir dann die Restaurierung von Jahr zu Jahr aufgeschoben. Weil es teuer ist und „weil es noch ging“.

Die letzte Tour mit der sehr treuen  und großartig laufenden Ölklappe ging im September 2017 nach England zu „Classics at the Castle“ (hier der Bericht „Das F-Modell, die Frau Ferdi und die Fahrt zum Rand der Verzweiflung (1) und hier das Ganze auch noch als Audiodatei von der Bloggerlesung in Dortmund).

Neben den anderen top-restaurierten Porsche 911 S, die in Castle Hedingham zum 50. Geburtstag des S aufliefen, machte unsere Ölklappe damals schon einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck.

Auseinanderbau und Restaurierungsauftrag

Also nahm ich den S in einer konzertierten Aktion soweit auseinander, wie ich es als Laie konnte und überließ alles Weitere den kundigen Händen von Gerd Bovermann und Manfred Schütters beim Oldtimerservice Essen. Der Auftrag: Machen, was gemacht werden MUSS. Lassen, was nicht nötig ist.

Das Ziel: Der Wagen soll nach notwendigen Blecharbeiten und einer Neulackierung für die nächsten zwanzig Jahre solide darstehen – gern auch länger. Was nicht unbedingt raus muss, sollte drinbleiben. Das war dann am Ende nur noch sehr wenig. Drin blieb eigentlich nur Kabelbaum und Armaturenbrett.

Was wurde gemacht?

Lack anschleifen und drüberlackieren war leider nicht möglich. Der Grund war der bei der letzten „Neulackierung“ in Italien verwendete Thermoplast-Lack.

Also musste Gerd den Schwingschleifer in die Ecke legen und mehrere Schichten Lack mit dem Heißluftfön von der teils sehr dick gespachtelten Karosse entfernen. Das war allerdings nur der Anfang. Hinzu kamen neu anzufertigende Blechteile, neue Kotflügel (ja, mit Gründen), viel Feinarbeit und ein neuer Repro-Öltank. Details erfahrt Ihr im Video, das sehr sehr lang geworden ist. Also bitte nur gucken, wenn Ihr selbst ein Porsche F-Modell kaufen / restaurieren möchtet oder wenn Ihr wissen wollt, warum Restaurierungen so teuer sind. Viel Spaß.

Warum nicht gleich im Bad entlacken und KTL beschichten?

Einige werden sich fragen, warum der S nicht gleich komplett zerlegt, im Säurebad entlackt und KTL beschichtet wurde. Schließlich wird diese Vorgehensweise heute meist als Alleinseeligbringend verkauft.

Zwei Gründe: Kosten (Nr. 1) und Zweifel meinerseits (Nr. 2). Ein Säurebad – so meine Laienmeinung – lässt sich NIE komplett wieder neutralisieren. Die heilbringende Säure wird also in Falzen und Ecken und Hohlräumen auf Dauer weiterarbeiten, was irgendwann zu vielleicht irreparablen Schäden führt. Ich weiß – es gibt da andere Meinungen, aber ich habe mich nun mal dagegen entschieden und fühle mich ganz wohl dabei. Auch wenn der Wagen nach dem Zusammenbau sicherlich nicht Zustand 1 (besser als neu) sein wird.

Wie geht es weiter mit der Ölklappe?

Die Lackierung ist mittlerweile drauf und sieht super aus. Jetzt „nur noch“ zusammenbauen. Ich halte Euch auf dem Laufenden. Erwartet aber nicht, dass ich in der Saison 2019 irgendwo mit der Ölklappe auftauche. In diesem Sinne – bis bald auf TDM!

 

 

About the author

hansbahnhof

Unheilbarer Petrolhead seit 1966. Hat begonnen mit Vespa-Motorrollern und dann irgendwann mit Porsche weitergemacht.

1 Comment

Leave a Comment